Triefelsland
Ein langes Wochenende in Anweiler
Wochenende und ein verlängertes dazu und wo soll es hin? Die Wahl fiel uns nicht schwer. Denn als wir im vergangenen Jahr in der Umgebung von Dahn waren, fuhren wir auf dem Rückweg in Anweiler vorbei. Hoch oben auf dem Triefels thront die Reichsburg und beherbergt auch heute noch die Reichsinsignien (Reichsapfel, Zepter, Krone, Kreuz und heilige Lanze). Natürlich nur als Replik (die Originale liegen in Wien). Damals hatten wir uns vorgenommen das nächste lange Wochenende im Triefelsland zu verbringen. Jetzt war es so weit...
Am Mittwoch haben wir das Wohnmobil vom Abstellplatz abgeholt und bereits gepackt. Es ist immer wieder erstaunlich, wie viel man glaubt mitnehmen zu müssen und dabei ging es nur für 4 Tage weg. Den Wassertank durchgespült (die Brühe ist trotz Silberionen nach 3 Wochen immer etwas brackig), neu gefüllt und gepackt. Der Kühlschrank platze fast und in Folge des Wetterberichts auch der Kleiderschrank. Schlechtes Wetter war angesagt. Regen und Temperaturen bis max. 18 Grad. Zum Glück hatten wir aber aller bestes Wetter. Den einzigen Regen gab es in der Nacht und die Tagestemperaturen waren deutlich höher als die vorhergesagten 18 Grad.
17. Mai 2012
Donnerstag morgens ging es gemütlich nach dem Frühstücken Richtung Pfalz. Knapp 120km hatten wir nur zu fahren und haben nach gut 1,5 Stunden Anweiler erreicht. Auf der Fahrt ist mir irgendwann eingefallen, dass ich die Adresse des Campingplatzes nicht mit hatte und leider auch auf der HP des Platzes nicht auf Anhieb die selbige finden konnte. Nun, Anweiler kann ja nicht so groß sein und der Platz ist sicherlich ausgeschildert, so dachte ich mir. Schnell haben wir Landau hinter uns gelassen und waren wenig spät in Anweiler. Das erste Schild haben wir auch schnell gefunden. Allerdings haben wir das Zweite vor lauter Ungedult dann doch übersehen und sind durch Anweiler gefahren um am Ortsausgang auf ein Zeltplatzschild zu stoßen. Im Glauben, dass wir hier richtig sind, sind wir diesem gefolgt. Es führte uns allerding wirklich nur auf eine unbefestigte Wiese und so mussten wir recht mühsam wieder wenden. Also wieder zurück und dieses mal dem richtigen Schild gefolgt. Der Naturfreunde Campingplatz liegt direkt am Ortsrand oberhalb von Anweiler und am Fuß der Reichsburg (mit etwas verrenken konnten wir von unserm Platz aus die Burg durch das Blattwerk erkennen). Der Platz verfügt über einen Bereich für Dauercamper und einer Wiese auf der wir uns einen Platz aussuchen konnten. Ferner bietet der Platz neben zweckmäßigen aber absolut sauberen Sanitäranlagen über eine Gastwirtschaft und einem Kinderspielplatz mit riesigem Sandkasten. Der Platz liegt absolut günstig und kann nur empfohlen werden.
Als wir ankamen war der Platz noch recht leer. Eine Reservierung hatten wir zwar vorgenommen, wäre aber sicherlich nicht notwendig gewesen. Zumindest am Donnerstag. Freitags sah es dann schon wieder anders aus. Angemeldet, Platz ausgesucht, Wohnmobil abgestellt, Tisch, Stühle ausgepackt, an Landstrom gehängt, Wanderkarte ausgegraben, festes Schuhwerk angezogen und rauf zu Burg. Das Wetter hat mitgespielt und nach rund einer Stunde waren wir oben auf dem Triefels und der Burg.
Die Reichsinsignien auf der Burg
Die Burg ist in tadellosem Zustand, was aber beim zweiten Blick eine weniger beschauliche Ursache hat. Die Nationalsozialisten haben die Bedeutung der Burg für ihre eigenen Zwecke missbraucht und die Burg nach eigenen Vorstellungen wieder aufgebaut. Das, was man hier also heute vorfindet hat leider gar nichts mit der historischen Reichsburg zu schaffen.
Wieder zurück haben wir uns häuslich eingerichtet, vergebens versucht die Antenne auszurichten - der Triefels stand zwischen uns und dem Satellit - und den Abend dann ohne TV ausklingen lassen. Geht doch!
18. Mai 2012
Nach einer sehr ruhigen Nacht in der nur kurz etwas Regen auf das Dach unseres Wohnmobils tröpfelte, habe ich mich so leise es irgendwie ging aus dem Wohnmobil gestohlen und bin zum Supermarkt nach Anweiler gelaufen. Schön war es so früh morgens durch das noch verschlafene Anweiler zu spazieren. Mit einem Brot und Brötchen unterm Arm war der "Aufstieg" schon etwas anstrengender.
Das Wetter war top und damit klar, dass wir draußen frühstückten und dabei haben wir den bevorstehenden Tagesablauf geplant. Eine kleine Wanderung war angesagt. Ziel: Die Kletterhütte etwas oberhalb von Anweiler. Bewirtschaftet, mit Blick aufs Tal, einem kleine Kinderspielplatz ist sie gerade das richtige Ziel. Angekommen gab es leckeren Flammkuchen bevor wir nach ca. 1 Stunde noch einen Abstecher zum Kletterfelsen machen wollten. Wir hätten gerne dort noch eine Weile zugesehen. Der Felsen ist in der Zwischenzeit aber für das Klettern gesperrt. Wieder in Anweiler angekommen, haben wir das weiterhin schöne Wetter genutzt und dort noch ein Eis gegessen. N. hatte wirklich genug. Um an den Platz zu gelangen mussten, nein durften wir durch Anweiler laufen und haben uns dabei noch die wunderschöne und restaurierte Altstadt angesehen.
Zurück am Platz haben wir standesgemäß den Grill aufgebaut und angeschmissen und dabei mal mächtig die Finger verbrannt (ich habe mich immer gewundert, wer diese Feuerzeige mit dem langen Hals benötigt. Jetzt weiß ich es. Das nächste mal sind anstelle eines Feuerzeugs auf jeden fall Streichhölzer im Gepäck) und die leeren Energievorräte mit einem saftigen Roastbeef und Lamkarree wiederbelebt. Letzteres hatte ich bereits morgens in Olivenöl, frischem Rosmarin und Knoblauch einmariniert und den Tag über in den Kühlschrank gelegt. Das Roastbeef hatt von alle dem nichts abbekommen, das kam ungewürzt auf den Heißen Grill und wurde lediglich vor dem Servieren mit etwas Pfeffer und Salz abgeschmeckt - frisch gemalenen Pfeffer natürlich.
Da wir alle ausgehungert waren haben wir natürlich völlig vergessen ein Bild von unserer gedeckten Tafel zu machen.
19. Mai 2012
Die Nacht war erwartungsgemäß ruhig aber auch heute gab es einen kurzen Schauer. Den Samstag haben wir in Zweibrücken verbracht. Wenig spektakulär, aber wenn man schon in der Nähe eines Outletts ist und die Garderobe wieder aufgefüllt werden muss, liegt es eben nahe.
Zurück auf dem Campingplatz hat N. mit einigen Nachbarskindern gespielt und A.-M. und ich haben festes Schuhwerk angezogen um uns auf die Suche nach einem nahe gelegenen Cache gemacht (Wurzelwerk #2). Trotz schlechtem GPS Empfang gaben wir den Cache zügig gefunden und geloggt. Bis rund 10:00 Uhr haben wir noch vor dem Wohnmobil gesessen und den Tag bei einem Glas Rotwein ausklingen lassen.
Abreise
Am Sonntag war die Abreise angesagt. Und so ging es nach einem ausgiebigen Frühstück um 11:30 Uhr wieder Richtung Heimat. Morgen ist ja wieder Schule...
immer
unterwegs