Tag 4:

19. Oktober 2011

Die Nacht war in der Tat ruhiger und als Stellplatz für die Nacht ist der Busparkplatz oberhalb von Beilstein deutlich besser geeignet als die Bundesstraße an der Mosel. Auf einem Busparkplatz ist das Parken für Wohnmobile zwar nicht erlaubt - aber wen stört es in der Nacht schon. Die Busse, die hier halten sind ohnehin nur Ausflugsbusse, und die fahren spätestens beim Einsetzten der Dämmerung wieder ab. Daher hatten wir den Platz absolut für uns alleine.

Allerdings war es jetzt zum Bäcker etwas weiter - daher haben wir nach dem Aufstehen unsere sieben Sachen gepackt und sind wieder ans Modelufer gefahren, denn von hier aus ist der Bäcker gut zu Fuß zu erreichen. "was darfs denn sein?...10 Brötchen, gerne...heute wird das Wetter schlecht...regen wirds geben...kommt von Frankreich...da kommt nichts gutes her!" - ganau das war der Wortlaut des Bäckers. Damit wär das auch geklärt.

Nach dem Frühstück ging es dann in aller Ruhe Richtung Trier. Allerdings mit einem langen Halt in Bremm. Warum Bremm? Nur wegen der Mosel-Schlinge, die hier zu bestaunen ist. Dazu muss man aber erst einmal den Aufstieg wagen. "Wagen" deshalb, weil hier in Bremm die steilsten Weinberge Europas stehen und man sich auf dem Fußweg durch diese Weinberge zu den Stellen begeben muss, von denen man die wunderbare Aussicht auf die Mosel-Schlinge hat. Schmal und steil geht es hier zu und man kann nur erahnen mit welchen Mühen es verbunden sein musste - und immer noch ist - hier Wein anzubauen. Einige wenige abder besonders steilen Stücke sind daher heute auch nicht mehr bewirtschaftet. Umso erstaunlicher ist es mit welcher Findigkeit man die noch so kleinen Stellen auf denene eine Reebe gerade noch so wächst, findet und bepflanzt.

Über den gesamten "Klettersteig" hinweg hat man eine tolle Aussicht auf die Schlinge, Bremm, die Mosel und das Kloster Stuben auf der gegenüberliegenden Moselseite - oder vielmehr das, was vom Kloster noch übrig ist. Viel ist es nicht mehr - eigentlich nur noch die vier Außenmauern. Einsam steht es dort umringt von Weinbergen.

Der Abstieg war nicht weniger bescherlich und nach gut 1,5 Stunden ging es wieder weiter.

Den Calmont-Klettersteig kann ich nur empfehlen. Er ist sicherlich nicht einfach. Der Weg ist schmal, steinig und windet sich von Bremm hoch zum Calmont. Die Aussicht auf die Weinberge und die Mosel lohnt den Aufstieg allemal.

Der nächste Halt war Neumagen. Richtig, Neumagen. Wir haben die typischen Touristenziele bewusst "umschifft". Sicher fällt jedem Traben-Trarbach ein aber wir wollten ja Anderes sehen. Nicht nur die Landschaft oder die schnuckeligen kleinen Städtchen, sondern das was die Römer vor rund 1.800 Jahren uns hier zurück gelassen haben. Somit ging es weiter, an der römischen Kelteranlage (kurz nach Traben-Trarbach), direkt nach Neumagen. Hier wollten wir uns das Neumagener Weinschiff ansehen - einem Grabmal eines römischen Weinhändlers der hier um 220 n. Chr. lebte bzw. verstarb. Ferner sind hier in Neumagen noch die Reste einer Kastellanlage zu besichtigen. Viel steht zwar nicht mehr. Aber es ist dennoch erstaunlich dass sich hier einst Römer niedergelassen haben. Gut, kann man ihnen ja nicht verdenken. Ist ja eine schöne Gegend.


Weiter ging es nach Trier wo wir gegen 18:00 Uhr auf dem Campingplatz Treviris angekommen sind. Der Platz liegt unmittelbar an der Mosel und ca. 3 km von der Porta Nigra entfernt - also schön zentral. Das ist aber auch das Wesentliche, was es zu diesem Platz zu sagen gibt. Persönlich finde ich es immer wieder schade, dass man ein Anwesen derart verkommen lässt. Sicherlich ist das die Folge einer Spirale (ausbleibende Gäste - wenig Invest - kein schönes Ambiente - ausbleibende Gäste), aber mit etwas Mut lässt sich sicherlich etwas machen. Allerdings gibt es in unmittelbarer Nachbarschaft einen Stellplatz und das ist sicherlich eine harte Konkurrenz. Egal, wir haben uns einen schönen Platz mit Blick auf die Mosel gesucht, zuvor aber noch ent- und versorgt, das Wohnmobil geparkt und den Abend ausklingen lassen.