Tag 6:

21. Oktober 2011

Die Nacht hatte ich mir schlimmer vorgestellt. Die Alde-Heizung kann in verschiedenen Stufen geschaltet werden. Auf der kleinsten Stufe hielt die Sicherung. Die Wärmeentwicklung hielt sich zwar in Grenzen, aber es hat zumindest dazu gelangt, dass niemand frieren musste.

Der erste Gang des heutigen Tages war daher zur Rezeption und nach Gas gefragt. Pech gehabt. Sie haben keines. Aber Glück gehabt, in rund 200m Entfernung gibt es ein Händler. Also Gasflasche ausgebaut und hin marschiert, eine volle mitgenommen und angeschlossen. Bevor der Kaffee fertig war, war es auch wieder warm.

Es war zwar auch heute ziemlich frisch aber bei weitem nicht so kalt wie am Vortag. Wenn man den Himmel betrachtete konnte man schon erahnen, dass es ein ganz schöner Tag werden würde, wenn erst einmal der Hochnebel verzogen ist.

Da für heute die Abreise anstand, haben wir am Campingplatz ausgecheckt und sind mit dem Wohnmobil nach in die Stadt gefahren. In der Erwartung irgendwo einen Parkplatz zu finden. Das war ein Trugschluß und nach ca. 1/2 Stunde habe ich mich auf einen Bus-Parkplatz gestellt, auf dem ein mickriger Bus stand und locker 12 davon Platz hätten. Ein schlechtes Gewissen hatte ich schon - zumindest ein kleines.

Das Erste Ziel war die Porta Nigra, die, wenn man erst einmal im Innern steht schon beeindruckt. Das Mauerwerk hat schon eine imposante Stärke und überhaupt ist es schon imposant in einem derart alten Bauwerk zu stehen. Mit geschlossenen Augen und mit ein wenig Phantasie kann man es spüren wie die Menschen einst durch dieses mächtige Stadttor gingen.

Im Anschluß daran und auf dem Weg zum Dom und der Basilika sind wir noch am Dreikönigshaus vorbei gekommen. Besonders hervorzuheben ist die Reliquie, die im Trierer Dom aufbewahrt wird. Dem heiligen Rock! Nun, ich möchte mich an dieser Stele nicht in irgendwelche Glaubensfragen über die Echtheit dieses Reliquiums äußern, sondern lediglich festhalten, dass dies zweifelsohne das bedetenste Stück des Domes ist. Ferner begeistert die Granitsäule, die vor dem Eingang des Domes liegt. Granit ist ja kein Gestein, das an der Mosel vorkommt. Also woher kommt der nicht gerade kleine Brocken. Die Antwort: Aus dem Odenwald - und nicht niur dieser Eine hat den weiten Weg angetreten, nein, von deren Sorte gibt es vier. Im übrigen wurde Trier unter Bischhof Maximin zu einer der größten Kirchenanlagen Europas ausgebaut. Immer wieder erstaunt mich die Bedeutung der Region in der damaligen Zeit.

Gegen 15:00 Uhr hatten wir unsere Pflicht getan lediglich um 17:00 Uhr stand noch die Erlebnisführung am Amphietheater an. Die Zeit bis dahin haben die Mädels mit ihrer Lieblingsbeschäftigung, dem Shoppen verbracht!

Da A.-M. noch ganz "dringend" zum Friseur musste haben wir den auch noch abgehakt um uns dann endlich um 16:40 Uhr auf den Weg zum Amphietheater zu machen. Es hat gerlangt. Gerade so, zumal ich - da ich die Eintrittskarten im Wohnmobil vergessen hatte - noch einmal ans Wohnmobil rennen durfte. Aber vorab: Die Veranstaltung war jeden Tropfen Schweiß wert. Lebendig, spannend, bildhaft. Der Gladiator Valerius hat und in einem 1,5 Stunden dauernden Stück sein Leben geschildert. Einfach packend.

Zurück am Wohnmobil hatten wir aber so gar keine Lust nun die 3 Stunden Fahrt auf uns zu nehmen und haben uns entschlossen den Stellplatz anzusteuern um hier noch eine Nacht zu stehen.

Am anderen Morgen ging es in aller Ruhe mit der Erkenntnis zurück: Eine Woche Mosel ist bei weitem nicht genug!

Trier ist schon eine reizvolle Stadt und aus meiner Sicht völlig zu unrecht so wenig beachtet. Na ja, wenig beachtet stimmt vielleicht nicht wirklich. Aber dennoch bei den bekannten deutschen Städten fällt einem Trier nicht gerade als erstes ein. Besonders hervorzuheben sind die Erlebnisführungen (hier pauschalisiere ich ein wenig - gesehen haben wir nur Eine). Diese Führungen sind im Grunde Theater-Stücke, die von einer Person gespielt werden und die in diesem Stück das Leben einer historischen Person erzählt. Spannend bis zur letzten Minute. Das kann man daran festmachen, dass keines der Mädels zwischendurch fragte "Wie lange geht das denn noch". Wir hatten "Glatiator Velerius", den ich ohne Einschränkung weiterempfehlen kann.