Gastbeitrag: Entlang des Highway 1

7. August 2016

von Anna

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Auf diesen Gastbeitrag habe ich mich ganz besonders gefreut, denn heute geht es mit Anna von die Gradwanderung den Highway 1 entlang. Sie hat also das erlebt, wonach ich mich so sehr sehne und vielleicht geht es dir ja genauso. Anna und ich kennen uns leider noch nicht persönlich, aber sind durch die sozialen Netzwerke in Kontakt gekommen. Und wenn man quasi den gleichen Namen hat (auch wenn wenn es bei Anna eine Art Rufname ist), ist man sich ja eh schnell sympathisch. 🙂 Nun lade ich dich zum Träumen ein. Viel Spaß mit Anna’s Reise den Highway 1 entlang, von Los Angeles nach San Francisco.


Erst einmal zu mir: Ich bin Anna, Nordlicht und Studentin, und teile auf „die Gradwanderung“ Fotos und Geschichten aus meiner Heimat Norddeutschland und vom ganzen Globus. Ich schreibe über Städtereisen, gebe Spartipps für Studenten wie mich, oder Reisende mit kleinerem Budget, und entdecke ab und zu in meinen Berichten auch einmal die große weite Welt. Nun nehme ich dich mit nach Kalifornien.

Highway No 1 – ein Reisebericht

Los Angeles wird im Rückspiegel immer kleiner. Anstatt von Häuserschluchten und stehender Luft öffnet sich die Landschaft hin zu saftig grünen Bergen und Wiesen, die wie gemalt bis zum Horizont reichen. Links das offene Meer, rechts kleine Ortschaften, die so gar nichts mit der Großstadt Los Angeles zu tun haben, fahren wir Kilometer um Kilometer auf der schönsten von Amerikas Panoramastrecken: Dem Highway No. 1 oder auch Pacific Coast Highway.

Highway 1 - im Valley

Hier sieht man zwar noch nichts vom Meer, dafür aber wunderschöne kalifornische Natur.

Ich habe mich schon die ganze Reise über auf diese Straße gefreut und überlegt, ob sie wohl Ähnlichkeit mit der Amalfiküste haben mag. Tatsächlich ist sie sogar noch besser, denn sobald wir Santa Barbara und wenig später San Luis de Obispo und damit Morro Bay hinter uns gelassen haben, ist nichts vor uns als die unberührte Natur, die nur durch den Highway durchbrochen wird. Jetzt, jenseits der Ortschaften, führt die Straße direkt am Meer entlang und ich muss mich auf dem Beifahrersitz nicht mehr strecken, um das Wasser sehen zu können, so kurvig und nah am Abgrund schlängelt sich der Highway dahin.

Unversehens tauchen immer wieder Buchten am Rand der Straße auf, die hinunter zum Strand führen. An einer davon halten wir, niemand ist zu sehen, außer uns. Ein wenig mulmig ist mir schon zumute, als wir mutterseelenallein über die Dünen klettern und hinunter zum Strand laufen. Ich bin eben doch ein Stadtkind, die ständige Anwesenheit von anderen Menschen gewöhnt. Es ist so windig, dass meine Haare in alle Richtungen fliegen und das Meer rauscht so gewaltig und respekteinflößend, dass ich schützend die Hand über meine Kamera lege. Mit den nackten Füßen im eiskalten Pazifikwasser spüre ich die Macht der Gezeiten, die mich mit sich hinausziehen will. Hier schwimmen zu gehen, wäre lebensgefährlich; den kleinen Zeh ins Wasser zuhalten ist hingegen nur eine kleine Mutprobe.

Highway1 - gefährliche Wellen

So schön und so gefährlich.

Wir fahren weiter. Um uns herum verschwinden auch die kleinen Dörfer, die sich mit ihren malerischen Scheunen und weißen Blumen bewachsenen Häusern bis jetzt in den Windschatten des Highways geduckt haben. Die Straße wird kurviger, wilder. Wir nähern uns Big Sur, dem einsamsten Punkt auf dem Highway No. 1 und sind gespannt, wie es dort draußen sein wird. Mein Blick aufs Handy bestätigt jedenfalls, dass wir uns abseits des Netzempfangs befinden. Kurz schießt mir die Frage durch den Kopf, was wir machen, wenn wir hier liegen bleiben. Dann taucht auch schon die Bixby Bridge hinter der nächsten Kurve auf. Im Licht der untergehenden Sonne überfahren wir sie und halten dahinter noch einmal an. Hier sammeln sich die handvoll Touristen, die so kurz vor Sonnenuntergang noch den Pacific Coast Highway befahren und machen Fotos von der im letzten Licht des Tages liegenden Brücke.

Highway1 - Bixby Bridge

Die Bixby Brdige in wunderbar warmen Farben.

Jetzt müssen wir uns beeilen, denn weder Straßenlaternen noch sonderlich viele Randmarkierungen säumen unseren Weg und so könnten sie auch nicht verhindern, dass wir bei vollkommener Dunkelheit einfach hinunter in die schäumende See stürzen würden. Bis Monterey ist es zum Glück nicht mehr weit und so finden wir mit der heraufziehenden Nacht unseren Unterschlupf in dem Ort mitten am Pazifik, zwischen Los Angeles und San Francisco. Die Eindrücke des Highways, seine atemberaubenden Aussichten und die unberührte Natur werden uns noch lange im Gedächtnis bleiben – auch wenn wir diesen magischen Ort am Meer schon lange verlassen haben.

Gefahrene Strecke: Los Angeles – Monterey (521 Kilometer).
Benötigte Zeit: 11 Stunden, davon 7 Stunden reine Fahrtzeit.
Unterkunft: Monterey via AirBnB


Liebe Anna, ich danke dir herzlichst für diesen wunderbaren Beitrag über deine Eindrücke des Highway 1. Und nun frage ich dich, liebe Leserin, lieber Leser, was sagst du zu diesen beeindruckenden Bildern und dem so wundervoll geschrieben Beitrag von Anna? Hast du noch Tipps für eine Fahrt auf dem Pacific Coast Highway oder was hast du so Spannendes auf der Straße erlebt?

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