Highway 1 – Roadtrip of a lifetime

11. Februar 2020

von Anna

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Der tief dunkle Pazifik begleitet unseren Weg. Wilde, schroffe Küstenstrecken wechseln sich mit unberührten, ja fast sanften Stränden ab. Wir haben das Gefühl, dass der Ozean niemals endet, als wir den Highway 1 von San Franciso Richtung Monterrey befahren. In den nächsten Tagen werden wir nicht nur Roadtripfeeling spüren, sondern auch Buckelwale beobachten, den Red Forest erkunden und uns in den Küstenteil von Big Sur verlieben.

Highway 1 zwischen San Francisco und Monterrey

Ich hatte mir in den Kopf gesetzt den Highway 1 von San Francisco nach Los Angeles zu befahren.  Also kam bei der Planung unserer Hochzeitsreise neben Los Angeles, Las Vegas und dem Grand Canyon auch der Yosemite Nationalpark und San Francisco auf die Liste, um die Kurve zum Highway 1 zu kriegen. Nach einigen Tagen in der Stadt mit der Golden Gate Bridge starteten wir zur ersten Etappe bis nach Monterrey…

Von San Francisco bis Monterrey

Mein Mann fährt und ich sitze neben ihm. Es dauert etwa eine Stunde, bis der Highway 1 sich direkt am Pazifik entlang schlängelt. Ich genieße den atemberaubenden Ausblick. Immer wieder sehen wir kleine Buchten, in denen jemand einsam surft, manche Strände sind komplett leer.

Highway 1 Aussicht einsamer Strand

Ich könnte an etlichen Stellen laut „Stopp“ brüllen, dabei kommt die schönste Strecke erst noch.

Die meisten Buchten haben gute Zugänge, oftmals mit Parkplätzen, für die gezahlt werden muss und ausgewiesenem Strand. Der „Pacifica State Beach“  gehört dazu, ebenso der „Gray Whale Cove State Beach“ oder der „Half Moon Bay State Beach“. Letzterer steht zwar auf meiner Liste, die Parkgebühren schrecken uns aber ab. Also weiter Richtung Santa Cruz. Wir legen am „Tunitas Creek Beach“ einen größeren Stopp ein und genießen den einsamen Strand. Allerdings ist der Zugang recht abenteuerlich. Es gibt nur ein Seil zum festhalten und es ist verdammt rutschig. Hier braucht es festes Schuhwerk! Hätte ich das mal gewusst…

Highway 1 Tunitas Creek Beach

Tunitas Creek Beach

Am „Gazos Creek State Beach“ legen wir eine Pause ein, um etwas zu essen. Wir haben in San Francisco schon einmal vorsorglich ein paar Snacks und reichlich Wasser dafür eingekauft. Mit Blick auf die Dünen und dem Pazifik könnte unsere Lunchtime wirklich nicht schöner sein.

Highway 1 Gazos Creek State Beach

Gazos Creek State Beach

Die Stadt Santa Cruz durchfahren wir ganz schnell und folgen dem Highway 1 zurück zum Ozeanblick. Außerdem möchten wir zeitig in Monterrey ankommen und uns anschauen, wo unsere Whale Watching Tour am nächsten Tag startet.

Whale Watching in Monterrey

In Monterrey besuchen wir nach dem Check-in im Motel und einer kleinen Pause den „Old Fisherman’s Wharf“. Hier startet die Whale Watching Tour am nächsten Tag, die ich in San Francisco bereits gebucht habe. Ich frage den Kapitän vom Anbieter „Monterrey Bay Whale Watch“, ob es Orcas in der Gegend gibt. Er habe zuletzt vor einer Woche welche gesehen, sagt er, aber fügt auch hinzu, dass die Orcas in Monterrey bzw. Kalifornien von Dezember bis April Saison haben. Jedoch bin ich hoffnungsvoll. Wir suchen uns auf dem Pier ein nettes Restaurant und lassen die erste Etappe des Highway 1 Revue passieren.

Am nächsten Morgen stehen wir pünktlich am Pier parat und warten darauf an Bord gelassen zu werden. Langweilig wird uns überpünktlichen zwei Deutschen absolut nicht, denn einige Seals und super niedliche Seeotter tummeln sich im Hafen. Es braucht einige Zeit, bis ich diese süßen Tierchen fotografisch „einfangen“ kann, aber am Ende bin ich ganz begeistert von meinen Fotos.

Das große Fressen

Dann geht es los, der Kapitän erzählt ein wenig vom Ablauf und worauf wir achten sollen. Es dauert nicht lange bis wir die erste Gruppe Buckelwale sehen, gefolgt von Seelöwen und etlichen Möwen. Ich stehe mit meinem Bauch an der Reling um möglichst viel sehen zu können. Außerdem ist die Serienfunktion an meiner Kamera angeschaltet, jedoch zwinge ich mich immer wieder dieses Wunder auch mit meinen eigenen Augen zu genießen. Wo steckt eigentlich mein Mann? 🙂 Der genießt das Spektakel nämlich auch, nur von einer anderen Stelle.

Während wir ein Stück weiterfahren, geselle ich mich strahlend zu ihm und er nimmt mich in den Arm, denn er weiß wie glücklich ich gerade bin. Wir sehen weitere Buckelwale, die gerade fressen. Manche nähern sich sogar unserem Boot, sodass man deutlich den Kopf sehen kann. Ich fotografiere fleißig was das Zeug hält und merke, dass mein Akku bald den Geist aufgibt, zum Glück bin ich aber vorbereitet. Wir sehen immer mehr Buckelwale, halten Abstand, aber manchmal kommen sie doch sehr nah ans Boot heran. Es ist ein riesiges Fressen. Später sind meine Hände so kalt, dass wir uns im Schiffinneren aufwärmen. Irgendwann, während wir mit einem netten Pärchen plaudern, sehe ich auf einmal einige dunkle Finnen und stürze nach draußen, denn ich es denke es sind Orcas. Weit gefehlt, es ist eine große Familie (Gruppe) von Rundkopfdelfinen. Auch einige Babies sind dabei. Es sieht aus als würden sie lächeln, wenn sie aus dem Wasser springen. Wir folgen ihnen parallel für eine gewisse Zeit mit dem Boot, dann geht es zurück gen Küste.

Und plötzlich „Platsch“ – Buckelwale springen. Ich bin nicht mehr schnell genug, um das Springen, oder auch „Breaching“, fotografisch einzufangen, aber sie zeigen uns ihre weißen Bäuche und klatschen mit den Flossen auf das Wasser.

Müde, aber überglücklich kommen wir nach vier Stunden zurück zum Hafen von Monterrey. Am nächsten Tag steht das schönste Stück des Highway 1 an, die Gegend um Big Sur.

Von Monterrey bis nach Santa Barbara

Wir genießen wieder den Ausblick der ersten Buchten am Highway 1, als wir die Gegend um Monterrey verlassen. Heute fahre ich. Es hängt ein wenig Nebel an den Hängen, das lässt viele Ausblickpunkte, sogenannte „Viewpoints“ mystisch aussehen. Wir haben einiges an Stopps auf dem Zettel und mein Mann hat bereits festegelegt, wo wir zu Mittag essen können. Er rückt jedoch nicht so richtig mit der Sprache raus. Ich verstehe erst später warum…

Als ersten Halt ist die „Bixby Creek Bridge“ geplant, jedoch halte ich schon am „Garrapata State Park“. Die Vegetation ist so einladend, dass ich einfach anhalten muss. Ein Holzsteg mit anschließender Treppe führt hinab zum Strand. Ich folge ihm ein Stück und kehre dann zu meinem Mann und dem Auto zurück.

Den nächste Halt machen wir dann, wie geplant, an der Bixby Bridge. Wir finden heraus, dass die bessere Aussicht aus der Richtung Monterrey/Carmel-by-the-sea ist. Der Ozean erscheint nicht mehr so dunkel wie am Anfang der Highway 1 Tour, er leuchtet in einem wunderschönen Türkis. Es ist nicht erlaubt zum Strand hinabzusteigen. Wir sollten später noch erfahren, dass es im Big-Sur-Gebiet einige Strände nicht betreten werden dürfen. Neben der Bixby Creek Bridge gibt es übrigens viele weitere Brücken, ohne die es den Highway 1 gar nicht geben würde.

Highway 1 Bixby Bridge

Bixby Bridge

Highway 1 Bixby Bridge Aussicht

Big Sur und der Redwood Forest

Es geht weiter Richtung Santa Barbara. Irgendwann verlassen wir dem Highway 1 folgend die Küste und fahren ein Stück ins Landesinnere. Unser Ziel ist das „Big Sur Redwood Deck“. Wir parken direkt beim „Park Entrance Kiosk“. Hier sind wir mitten im Redwood Forest, umringt von riesigen Bäumen. Von hier starten einige Wanderrouten, wir beschließen jedoch uns nicht zu weit wegzubewegen, da wir noch viele Kilometer vor uns haben. Die Sonne scheint durch die Baumkronen, als wir den Big Sur River erreichen. Hier ist es ganz ruhig, warm und irgendwie fühle ich mich so geborgen. Nachdem wir uns noch ein Stück weiter die Beine vertreten haben, gehen wir zurück und fahren weiter bis zum nächsten Halt, dem Wasserfall „Mc Way Falls“.

Highway 1 Redwood Forest

Hier ist es proppenvoll, die Leute parken schon weit vor dem Wasserfall an der Straße. Viele genießen ihr Lunch draußen oder im Auto. Wir finden eine Parkmöglichkeit und haben ein paar Minuten zu gehen, um zum Aussichtspunkt zu gelangen. Wir sehen viele Gruppen, die von Rangern begleitet werden. Nach der Auszeit im Wald, wo uns nur wenig Leute begegnet sind, ist es uns fast ein bisschen zu viel. Davon lassen wir uns den Ausblick auf die idyllische, unberührte Bucht mit dem Mc Way Fall aber nicht kaputt machen. Mc Way Falls ist ein besonderer Ort, weil es sich um einen Bachlauf handelt, der auf den Strand fällt und von dort ins Meer fließt. Das Wasser in der Bucht leuchtet Türkis, der Strand ist bis auf ein paar Tierspuren völlig unberührt. Ich bin einfach geplättet, weil es so schön ist!

Highway 1 Mc Way Falls

So langsam knurrt der Magen und wir sind noch ein Stückchen vom Restaurant entfernt, wo mein Mann mit mir essen will. Also geht es weiter und schließlich erkenne ich, warum er hier so gerne essen wollte. Der Imbiss „Pacific Edge“ liegt direkt am Highway 1 und hat einen atemberaubenden Ausblick, sowohl im Innebereich als auch draußen und das Essen schmeckt vorzüglich. Der Name ist also Programm. Mein Mann weiß, was mir gefällt! Wir gönnen uns hier eine längere Pause bevor es weitergeht.

Der nächste Stopp der Etappe ist der „Seal View Point“ bei San Simeon. Auch hier treffen wir wieder auf eine große Traube von Touristen, während wir uns die „faulen“ See-Elefanten anschauen, die sich am Strand in der Sonne ausruhen. Um sie nicht zu stören, darf auch dieser Strand nicht betreten werden. Alles andere wäre Respektlosigkeit und auch Dummheit, denn See-Elefanten sehen nur friedlich und faul aus, tatsächlich können die Männchen gefährlich werden. Auf dem Parkplatz tummeln sich Hörnchen und betteln um Futter. Ich finde sie ganz niedlich, aber es tut ihnen nicht gut, sich von Menschen abhängig zu machen. Mein Tipp: bitte nicht füttern!

Highway 1 See-Elefanten Viewpoint Zoombild Highway 1 Seal View Point

Rund um San Simeon gibt es noch viele weitere sehenswerte Orte, wie z.B. das Städtchen Solvang oder das „Hearst Castle“. Aber uns zieht es weiter, wir wollen zur Morro Bay und dem Morro Rock. Dabei handelt es sich um einen riesigen Vulkankegel und eine Lagune geschützt durch eine vorgelagerte Halbinsel, wo sich der „Morro Bay Harbor“ befindet. Wir parken beim Parking Lot und spazieren Richtung Coleman Park. Dort haben wir eine wunderbare Aussicht über die ruhige Lagune, den riesigen Morro Rock und genießen die kalifornische Sonne während wir eine Gruppe von Stand-up-Paddlern beobachten. Hier herrscht herrliches Licht!

Highway 1 Morro Bay

Morro Bay Harbor

Highway 1 Morro Bay Hund im Auto

Wir genießen noch ein wenig die Wärme und die Aussicht bis wir uns wieder auf den Weg machen und der Highway 1 die Küste verlässt. Müde, aber glücklich erreichen wir das Motel in Santa Barbara.

Die letzte Etappe – Santa Barbara bis Los Angeles

Wir halten uns in Santa Barbara nur zum Schlafen und Essen auf. Wir wissen, dass die Stadt sehr sehenswert sein soll, aber wir möchten den letzten Tag unserer Hochzeitsreise noch ein wenig am Strand in Malibu verbringen. Also folgen wir dem Highway 1 weiter Richtung Los Angeles.

Unseren ersten Stopp legen wir beim „Point Mugu State Park – Mugu Beach“ ein. Hier sind auch wieder die aus Baywatch bekannten Lifeguard Häuschen zu finden. Hier bietet sich eine Wanderung durch den „Point Mugu State Park“ an, uns zieht es aber weiter. Die Landschaft unterscheidet sich jetzt stark von der um Big Sur. Es ist kahler und viel trockener, außerdem wird es schlagartig heißer.

Point Mugu State Park - Mugu Beach

Malibu’s Strände

In Malibu angekommen halten wir zunächst am „El Matador Beach“ und überlegen, ob wir bleiben wollen. Meine kleine Blase drückt aber und so fällt die Entscheidung nicht schwer. Wir genießen noch kurz die Aussicht und fahren dann weiter Richtung „Zuma Beach“. Es kostet hier $10 das Auto zu parken, egal wie lange man bleibt. Deswegen fahren wir weiter. Aus meiner LA-Zeit weiß ich, dass man auch immer gut mal zwischen den Häuserreihen den Strand betreten kann. Wir parken schlussendlich vor dem „Point Dume State Beach“. Hier kann man an der Straße kostenlos halten und den Strand betreten. Wir genießen einige Stunden am Strand und lassen uns noch einmal die kalifornische Sonne auf den Bauch scheinen. Mein Mann ist sogar so verrückt und springt in den eiskalten Pazifik. Ich halte mich für ziemlich abgehärtet, aber weiter als bis zu den Beinen gehe ich nicht ins Wasser.

El Matador Beach Malibu

El Matador Beach

Highway 1 El Matador Beach Klippen

Abends bringen wir das Auto zurück und kehren im Flughafenhotel ein, müde aber voller Erinnerungen eines einzigartigen Roadtrips. Wir brauchen Monate um diese Eindrücke von 17 Tagen Südwest-USA inklusive dem Highway 1 zu verarbeiten.

Diese Punkte am Highway 1 sind wir angefahren

Viele unserer Stopps sind bekannt und beliebt, aber aufgrund der oftmals sehr hohen Parkgebühren, haben wir an anderen Aussichtspunkten gehalten und die möchte ich dir zum Nachfahren aufzählen:

  1. Tunitas Creek Beach
  2. Gazos Creek State Beach
  3. Monterrey
  4. Garrapata State Park
  5. Bixby Creek Bridge
  6. Big Sur Redwood Deck (Parken bei Park Entrance Kiosk)
  7. Mc Way Falls
  8. Restaurant “Pacific Edge” (62400 CA-1, Big Sur, CA 93920)
  9. Seal View Point (bei San Simeon)
  10. Morro Bay mit Morro Rock
  11. Point Mugu State Park – Mugu Beach
  12. El Matador Beach
  13. Point Dume State Beach

Hast du auch schon einen Roadtrip entlang des Highway 1 gemacht? An welchen Punkten hast du einen Stopp eingelegt? Welche haben dich fasziniert?

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