Meine 9 Lieblingsspots in Danzig (Gdansk)

26. Februar 2020

von Anna

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Danzig (eigentlich Gdansk) ist eine alte Handelsstadt und gehörte früher zur Hanse. Das kannst du schon an vielen Bauten rund um die Langgasse und das Krantor erkennen. Bis 1920 war der Großteil der Bevölkerung deutschsprachig. Deswegen kennen in Deutschland die meisten den eigentlichen bzw. polnischen Namen der Stadt, nämlich Gdansk, nicht.

Mich hat es aufgrund eines Auslandssemesters in die Gegend um Danzig gezogen. Ich lebte für ein halbes Jahr in Sopot. Mit Gdynia, gehören Sopot und Gdansk zum Ballungsraum Dreistadt (Trojmiasto) und sind durch eine S-Bahn, der SKM, bestens vernetzt.

Danzig Highlights Langer Markt

Es gibt ein paar Spots in der alten Handelsstadt, die zu meinen absoluten Lieblingsspots gehören. Von ihnen möchte ich dir erzählen.

1. Langgasse und Langer Markt

Wenn ich an Gdansk denke, dann habe ich die „Langgasse (Dluga)“ im Kopf. Dabei handelt es sich um die prächtigste Straße der Stadt, die im „Langen Markt“ endet. Von Frühling bis Herbst haben die Bars, Restaurants und Cafés ihre Stühle draußen aufgestellt. Besucher der Stadt schlendern umher, bestaunen die alten Handelshäuser, machen Führungen mit, kaufen Bernstein oder genießen ihren Kaffee bzw. ein Bierchen in der Sonne. Auch mich hat die Architektur hier sehr fasziniert. Sie erinnert stark an Lüneburg und andere Handelsstädte.

Die Langgasse und der Lange Markt werden jeweils von einem prächtigen Tor abgeschlossen. Auf der einen Seite steht das „Langgasser Tor“ (Złota Brama) und auf der anderen Seite das „Grüne Tor“ (Brama Zielona).

Auf dem Langen Markt wirst du wahrscheinlich viele Selfie-Suchtis vor dem Neptunbrunnen vorfinden. Er ist ein Relikt aus einer Zeit, als Danzig noch eine große Handelsstadt war und vorherrschend auf und an der Ostsee. Da passt der glorreiche Neptun natürlich am besten. Wenn du schon mehrere polnische Städte besucht hast, dann weißt du, dass alle Städte ein Wahrzeichen mit einer Legende dahinter haben. So ist es auch mit Gdansk und dem Neptun: er soll nämlich zur Entstehung des bekannten „Danziger Goldwassers“ beigetragen haben.

Danzig Highlights Cafés

2. Frauengasse

Die „Frauengasse“ (Mariacka) oder auch „Bernsteingasse verläuft parallel zur Langgasse. Auch hier wurden die geschichtsträchtigen Häuser zerstört und nach dem Zweiten Weltkrieg wieder aufgebaut.

Sie wird Bernsteingasse genannt, weil es hier noch originalen Bernsteinschmuck mit Zertifikat in den spezialisierten Läden zu kaufen gibt. Auch ich habe mir hier ein Andenken gegönnt. Wenn du auf der Suche nach Instagramspots bist, ist diese Gasse perfekt für dich. Allerdings würdest du auf der Jagd nach einem Selfie die schöne Architektur außer Acht lassen!

Danzig Highlights Bernsteinstraße

3. Krantor

Das „Krantor“ (Żuraw) ist eins der bedeutendsten Relikte aus der Hansezeit von Danzig und die am häufigsten genannte Sehenswürdigkeit. Im Zweiten Weltkrieg ist die hölzerne Konstruktion des Krantors abgebrannt. Aber es wurde restauriert und ist nun Teil des Schifffahrtsmuseums. Wenn man auf der anderen Seite, also an der Marina, steht, sieht man erst wie gewaltig das Krantor eigentlich ist.

Danzig Highlights Krantor

4. Marienkirche

Die „Marienkirche“ von Gdansk ist meine Lieblingskirche in ganz Polen und in diesem Land habe ich wirklich schon viele Kirchen besichtigt. Sie (die Bazylika konkatedralna Wniebowzięcia Najświętszej Maryi Panny) gehört zu den größten Hallenkirchen weltweit und stammt aus der Zeit des gotischen Stils. Wenn du sie betrittst, wirst du vielleicht eine ähnliche Ehrfurcht spüren wie in Notre Dame oder dem Petersdom, obwohl es sich hier um ganz andere Architekturepochen handelt.

Wenn du die Kirche besuchst, dann steig auch unbedingt bis aufs Dach. Allerdings solltest du schwindelfrei sein. Zwar sind die Stufen komplett gemauert, aber es gibt kein Geländer, zumindest war es 2012 so. Du musst aber keine Angst haben hinunterzufallen, die Stufen sind sehr breit. Trotzdem fühlte ich mich ein wenig wie Indiana Jones oder Benjamin Gates. 🙂 Der Ausblick über Gdansk entschädigt dich für den eventuellen Bammel. Bei gutem Wetter kannst du bis zur Werft, zum Meer, über den Wald und sogar bis nach Sopot sehen.

Kostenpunkt Turmaufstieg und Besichtigung der Kirche: 10 zl (Stand 2012)

Danzig Highlights Aussicht von der Marienkirche

5. Danziger Hauptbahnhof

Wie ich oben bereits geschrieben habe, lebte ich ein paar Monate in Sopot und fuhr somit immer zu Besuch nach Gdansk. Wenn du Richtung Langgasse oder auch zum „Europäischen Zentrum der Solidarität“ möchtest, dann fährst du mit der SKM am besten bis zum Ende, also zum Hauptbahnhof von Gdansk (Gdańsk Główny). Das Gebäude ist genauso prächtig wie die Häuser auf der Langgasse.

Wie auch die Gebäude der Langgasse, wurde der Hauptbahnhof mit dem schicken Gebäude im Stil der Neurenaissance von den Nazis zerstört. Jedoch wurde es nach dem Krieg im ursprünglichen Stil wieder aufgebaut.

Hier verkehren sowohl Nahverkehrszüge als auch Fernverkehrszüge, wie zum Beispiel solche bis nach Zakopane im äußersten Süden von Polen.

6. Europäisches Zentrum der Solidarität

Das „Europäische Zentrum der Solidarität“ (Solidarność und Pomnik Poległych Stoczniowców) ist ein absolutes Must-Visit für Leute, die von Architektur begeistert sind. Das Gebäude erinnert an ein halbfertiges Schiff und ist bei der Werft zu finden. Von der Langgasse sind es nur ein paar Minuten zu Fuß. Im Gebäude vereint befinden sich ein Museum über die Gewerkschaft, ihr Zentralarchiv, eine Multimedia-Bibliothek sowie ein Bildungszentrum. Innen wurde sehr urban bzw. im Industrial-Stil und mit vielen Pflanzen gearbeitet. Im Gegensatz zur prunkvollen Stadtmitte ist das Zentrum also ein krasser Gegensatz.

Ich besuchte das Zentrum der Solidarität 2015 als ich mit meiner Freundin als Touristin zurück nach Gdansk kam. Wir fuhren direkt nach oben und waren auch hier begeistert von der Bauweise und dem Blick über die riesige Werft.

Danzig Europäisches Zentrum für Solidarität

7. AmberSky Ferris Wheel

Das große Riesenrad „AmberSky Koło Widokowe“ hat es nicht immer in Danzig gegeben. Ich habe es erstmalig 2015 nach meiner Wiederkehr entdeckt. Damals war noch Tyskie der große Sponsor. Es ist ähnlich groß wie das Riesenrad in Budapest. Die Aussicht über den Stadtkern bis zur Ostsee (bei gutem Wetter) ist definitiv nicht zu verachten. Für nicht ganz so schwindelfreie Menschen könnte es eine Alternative zum Dach der Marienkirche sein.

8. Oliwski Park

Die meisten Sehenswürdigkeiten oben sind unmittelbar um den Stadtkern bzw. der Langgasse zu finden. Leider geht oftmals der Stadteil Oliwa dabei völlig unter. Dabei habe ich ein paar schöne Stunden im „Oliwski Park“ verbracht. Hier ist es vor allem im Herbst, wenn die Blätter schön bunt sind, unheimlich schön. Es gibt ein Labyrinth, ein Palais, ein Palmenhaus und sogar architektonisch gesehen chinesische Einflüsse. Wenn du also gerne fernab der Massen auf Erkundungstour gehst, bist du hier genau richtig aufgehoben.

Vielleicht hast du ja auch Lust auf einen Abstecher in den Zoo „Gdańsk Oliwa“?

Danzig Highlights Oliwski Park Danzig Highlights Oliwski Park Herrenhaus

9. Galeria Bałtycka

Auch Shoppen kannst du wunderbar in Gdansk. Dafür eignet sich meiner Meinung nach am besten die „Galeria Bałtycka“. Sie ist die größte Shoppingmall im gesamten Dreistadtgebiet. Auch bei schlechtem Wetter kannst du hier wunderbar Zeit verbringen. Es gibt viele Brands aus Großbritannien oder Spanien, die es nicht in jeder deutschen Stadt zu finden gibt. Und wenn du einfach trocken und warm sitzen möchtest, dann ist auch das in diversen Cafés möglich.


Was sind deine Lieblingsspots in Gdansk und hast du auch schon einmal Sopot oder Gdynia besucht? Lass es mich in den Kommentaren wissen!

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