Gastbeitrag: Gibraltar – England mitten in Spanien?

10. Juni 2016

von Anna

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Dieser Beitrag handelt von einer kleinen Tour durch Gibraltar. Nicht ich werde dich mitnehmen, sondern Franzi von franziskasophie. Sie folgte meinem Aufruf nach Unterstützung in Sachen Reiseziele in Spanien, weil ich selber noch nicht dort war, aber viele Städte oder Inseln schon auch als Ziele für eine Kurzreise ansehe. Nun wird Franzi in ihrem Gastbeitrag erklären, was Gibraltar ausmacht und wofür es so berüchtigt ist.


Die Insel Gibraltar hat die perfekte Größe, sodass sie sich perfekt für einen Tagesausflug eignet, wenn du sowieso gerade in Andalusien bist oder nur für ein paar Tage wegfahren möchtest. Und dennoch kannst du einiges erleben, wovon ich dir jetzt erzählen möchte.

Gibraltar Kurzreise

© Franziska Söllner

Im südlichsten Zipfel von Spanien befindet sich die kleine Halbinsel Gibraltar, die aber nicht zu Spanien gehört, sondern zu Großbritannien. Um auf die Halbinsel zu gelangen, passierst du eine kleine Zollstation und tatsächlich werden dort Busse, die voll mit Touristen sind, durchsucht und die Touristen kontrolliert. Auf Gibraltar kannst du nämlich einige Sachen wie z.B. Parfüms, Elektronik oder auch Kleidung deutlich günstiger kaufen, da die Insel nicht zum europäischen Binnenmarkt gehört und somit die europäischen Mehrwertsteuer-Bestimmungen keine Anwendung finden.

Als Erstes empfehle ich dir eine kleine Bustour über die Insel. Auf diese Art bekommst du einen wunderbaren ersten Eindruck und hast die Möglichkeit ein paar der Sehenswürdigkeiten, die nicht fußläufig zum Stadtkern liegen, zu besuchen.

Außerdem ist eine Fahrt mit einem kleinen Bus über die Insel ein echtes Erlebnis, da einige der Tunnel bzw. Unterführungen wirklich abenteuerlich sind. Als ich dort war, waren wir zuerst an der Südspitze von Gibraltar. Dort liegt der Europa-Point, an dem du denken wirst, Afrika sei wirklich zum Greifen nah. Auch die vielen großen Schiffe, die die Passage für den Handel nutzen, sind beeindruckend.

Gibraltar Kurzreise - Europapoint

© Franziska Söllner

Weiter schlängelt sich dann der Bus den Felsen hoch und man gelangt zum St. Michael’s Cave. Dabei handelt es sich um eine Vernetzung von vielen Tropfsteinhöhlen. Diese kannst du betreten und Stalaktiten und Stalagmiten (das sind Tropfsteinformen) bestaunen. Regelmäßig finden in einer der Höhlen Konzerte statt und unabhängig davon wird die Höhle durch Lichtinstallationen in ein atemberaubendes Licht getaucht.

Direkt vor der Höhle triffst du normalerweise die ersten Affen, für die Gibraltar so bekannt ist. Für jemanden wie mich, der Affen sonst ausschließlich aus dem Zoo kennt, war das ein wirkliches Erlebnis. Von klein bis groß, von jung bis alt und von frech bis lieb ist wirklich alles dabei. Trotzdem – und das solltest du beherzigen – sind diese Affen sehr durchtrieben, an Menschen gewöhnt und wissen, wie sie etwas bekommen, was sie wollen. Und je mehr die Touristen darauf eingehen, desto dreister werden die Tiere. Nicht umsonst sieht man überall dieses Schild:

Gibraltar Kurzreise - Affenhinweisschild

© Franziska Söllner

Trotz alledem sind die Affen wirklich süß und ein sehr beliebtes Fotomotiv, da sie wirklich alles andere als scheu sind. Zu essen solltest du aber nichts bei euch haben und auch Dinge wie Kameras solltest du lieber gut festhalten. 🙂

Gibraltar Kurzreise - freche Affen

© Franziska Söllner

Wenn der Bus St. Michael’s Cave wieder hinunter in Richtung des Stadtkerns fährt, kannst du einen wunderbaren Ausblick über die Bucht und die gegenüberliegende spanische Küste genießen.

Gibraltar Kurzreise - Aussicht

© Franziska Söllner

Was ich sehr beeindruckend finde, ist der kleine Flughafen, den Gibraltar tatsächlich hat. Spektakulär ist die Start- und Landebahn, die du nämlich kreuzen musst, wenn du auf Gibraltar von der Zollstation zur Stadt fährst. Jedes Mal, wenn ein Flugzeug startet oder landet, hat man wirklich Angst, dass die Bahn zu kurz ist.

Gibraltar Kurzreise - Flugbahn

© Franziska Söllner

Der Stadtkern selbst ist meines Erachtens nach relativ unaufregend. Es gibt viele Geschäfte, Restaurants, Bars. Die wirklich schönen und besonderen Orte in so einem Stadtkern, habe ich ein wenig vermisst.

Außer den Affen sind Delfine noch sehr populär. Es gibt zig Anbieter und Boote, die Delfintouren anbieten, seit einige Delfine die Bucht von Gibraltar für sich entdeckt haben und dort geblieben sind – trotz der vielen Handelsschiffe und ähnlichen Dingen. Natürlich habe ich eine solche Tour auch mitgemacht. Ich muss im Nachhinein aber sagen, dass ich diese am wenigsten weiterempfehlen würde. Definitiv hängt es sehr davon ab, ob man Glück oder Pech hat und ob die Delfine sich zeigen möchten oder nicht. Trotzdem habe ich das Gefühl gehabt, dass diese Touren reine Abzocke sind und es nicht wirklich um die Tiere geht. Es gibt sicherlich schönere und bessere Wege Delfine zu beobachten.

Gibraltar Kurzreise - Delfinsichtung

© Franziska Söllner Kommentar von Anna: hier handelt es sich um den sogenannten Gemeinen Delfin oder auch Common Dolphin.

Alles in allem kann ich dir Gibraltar aber defintiv empfehlen. Ich war und bin restlos begeistert von dieser Insel und werde auf jeden Fall wieder hinfahren!


Ich danke dir liebe Franzi! Ich finde es erstaunlich, dass es im europäischen Raum immer noch so unterschiedliche Vorgehensweisen gibt bzw. man als Laie erkennt, dass sich in Bezug auf Beobachtungstouren nicht richtig verhalten wird. Hier möchte ich einfach noch einmal eine Organisation empfehlen, die für die Rechte der Wale und Delfine kämpft und sich auch so für die Ozeane einsetzt: die WDC, hier wird auch ein kostenloser Whale Watching Ratgeber angeboten.

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3Kommentare

3 Kommentare

  1. Sue

    Als ich 16 Jahre alt war, war ich auch mit der Familie meines damaligen Freundes für einen Tag auf Gibraltar. Wir sind damals vom benachbarten Tarifa dorthin gefahren.

    Leide regnete es in diesem Urlaub von 2 Wochen so sehr, das man wirklich nicht viel machen konnte. Es gab gerade mal zwei Tage ohne Regen. Deswegen konnten wir weder eine Bootstour machen, noch haben wir die Affen auf ihrem Felsen besucht, dennoch ist es auch schön gewesen, die Umgebung anzusehen .

    Danke für den tollen Beitrag.

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    • Anna

      Hi Sue,
      ist ja echt schade, dass du so Pech mit dem Wetter in Gibraltar hattest. Das Lob gebe ich an die Gastautorin Franzi weiter. 🙂
      LG
      Anna

      Antworten
    • Franzi

      Freut mich, dass dir der Beitrag gefällt, liebe Sue!
      Vielleicht schaffst du es ja bald noch einmal nach Gibraltar und hast ein wenig mer Glück mit dem Wetter – eine zweite Chance für die Insel lohnt sich, es wird noch besser als das erste Mal! 🙂
      Liebe Grüße
      Franzi

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  1. Gastbeitrag über Gibraltar | franziskasophie - […] wollte Euch gerne noch auf meinen aktuellen Gastbeitrag über Gibraltar bei der lieben Anna von immer unterwegs aufmerksam […]

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