Die Nacht war ruhig, lediglich leicht Nieselregen machte sich als Vorbote der anstehenden Wetterveränderung bemerkbar. Unsere Fähre sollte um 9:30 Uhr gehen, aber irgendwie wollte sich niemand so recht beeilen und so haben wir kurzerhand umdisponiert. Übermütig und voller Vertrauen darauf, dass sich das Wetter halten wird, habe ich beschlossen eine Trainingsrunde zu drehen und mich aufs MTB zu schwingen. Ziel: Largo die Ledro. Also haben wir unseren Malcesine Ausflug auf den Mittag verlagert und so hatte ich den Vormittag gewonnen. Das mit dem Wetter hielt aber nicht lange und da war er wieder, der fiese Nieselregen. Dumm nur, wenn man mit dem festen Glauben an besseres Wett in den Süden fährt und somit außer Beinlinge und eine dickere Windjacke nichts wärmeres dabei hat. Bereits in Riva war ich durchnässt und weitere 2 Stunden später stand ich im Schnee. Nass, kalt, schaurig. Nicht nur wegen des Wetters sondern auch wegen unserem Geplanten Ausflug musste ich den Rückweg antreten - was mir aber nicht wirklich schwer gefallen ist. Weite Teile des Rückwegs musste ich leider auf der Straße fahren um wieder rechtzeitig zurück zu sein.
Die Fähre haben wir gerade so noch erwischt und schipperten über Limone in das schöne Städtchen Malchesine, in dem ich vor ca. 25 Jahren die ersten Campingerfahrungen gesammelt habe. Damals standen wir auf einem kleinen Platz mitten in Malchesine.
Die engen Gässchen, die Burg, die oben auf dem Berg steht, der kleine Hafen,... einfach immer wieder schön. Allerdings ist es natürlich hoffnungslos überlaufen und in den Sommermonaten sicherlich vollständig überfüllt. Jetzt im Frühjahr macht das alles noch einen eher verschlafenen Eindruck.
Die Burg und das dort enthaltene kleine Museum ist äußerst interessant und zu empfehlen. So erfährt man u. a. einiges über die Entstehungsgeschichte des Sees und der Schifffahrt, die hier durchaus bedeutsamer war als man das zunächst vermutet.
Das Wetter wurde leider deutlich schlechter und der leichte Nieselregen wurde im Laufe des Nachmittags erwachsen und zwang uns zum Shop-Hopping. Um nicht zu nass zu werden sind wir von Shop zu Shop bis wir wieder am Hafen ankamen und die restliche Zeit bis zum Ablegen der Fähre zurück nach Torbole in einem Cafe bei einem leckeren Latte Macciato verbrachten. Die Mädels machten hier erstmals Bekanntschaft mit der italienischen Variante einer heißen Schokolade, die eher etwas von einem warmen Schokopudding hat, als von einem Heißgetränk.
Pünktlich um 17:30 ging es mit der letzten Fähre zurück.