Heute fahren wir nach Verona - zum Haus der „Julia“! Zumindest ist das der Köder, den wir für unsere Mädels ausgelegt haben. Jetzt geht es erst einmal darum zu entsorgen. Unser Stellplatz hat zwar V&E am Platz aber ganz so einfach ist das mit unserem Tiefrahmenchassis nicht. Der Einlass für das Abwasser ist ein Tick zu hoch und nachdem mein Tank abgelaufen war stand natürlich noch die Brühe im Verlängerungsschlauch. Ich habe mir wirklich Mühe gegeben, dass möglichst vollständig auch in den Abfluss zu buxieren. Ist mir aber zu meiner Schande nicht ganz gelungen. 1-2 Liter gingen ins Erdreich. Das hat mir natürlich schon zu denken gegeben, denn ich bin sicherlich nicht der Einzige dem das hier schon passiert ist. So ganz appetitlich fand ich das dann nicht. Schrecklicher fand ich aber was anderes. Denn auch die Kassette wurde hier entsorgt. Der Einlass ist groß genug und man kann in der Tat ohne Kollateralschäden entsorgen. Aber auch das setzt voraus, dass derjenige äußerst penibel darauf achtet nichts zu verschütten. Das Eine oder andere schwarze Schaf mag das alles nicht so eng sehen. Aber jetzt kommt es erst: Der Hahn für das Frischwasser ist in unmittelbarer tröpfelweite von der Grau- und Schwarzwasserentsorgung. Da hat es mich dann doch kräftig geschüttelt. (Übrigens: Wenn der eine oder andere Leser glaubt ich habe die vorhandene Einrichtung falsch genutzt, dem kann ich sagen: Ich habe es mir nicht nur erklären, sondern auch zeigen lassen!).
Frischwasser mussten wir zum Glück aber nicht auffüllen.
Weiter ging es am östlichen Seeufer Richtung Garda, um dort über Land weiter nach Verona zu fahren. Gerne hätten wir auf den knapp 100 km den einen oder anderen Stopp entlang der Strecke eingelegt, doch das eher herbstliche als frühlingshafte Regenwetter hat uns nicht gerade dazu ermutigt und so gelangen wir nach knapp 2 Stunden nach Verona.
Verona verfügt über ein umfangreiches Stellplatzangebot und wir entschlossen uns auf das gebührenpflichtige Camper-Areal Porta Palo zu fahren. Zentrumsnäher kann man in Verona nicht stehen. Angekommen standen wir erst einmal vor der Schranke, an der ein Österreicher verzweifelt versuchte ein Ticket für die Einfahrt zu bekommen. Nach gut 5 Minuten verzweifelten Wartens ist B. ausgestiegen und hat der Besatzung die Anlage schnell erklärt und schon ging es weiter.
Das Areal ist nicht sonderlich ansprechend. Für eine zentrumsnahe Übernachtung muss es das aber auch nicht, dafür ist man zu Fuß in weniger als 15 Minuten in der Innenstadt. Auf den Spuren von Romeo und Julia begaben wir uns durch die Innenstadt.
Unser erstes Ziel war natürlich das Wohnhaus mit dem doch Zweifelsohne sehr berühmten Balkon. Trotz des lausigen Wetters war der kleine Innenhof gut besucht. Touristen aus aller Welt bevölkern das Areal, verewigen sich auf extra dafür vorgesehene Flächen (hier hat man wohl gelernt und hat den Grafiti-Schmierereien kurzerhand zwei riesige Flächen eingeräumt auf denen man sich ganz legal verewigen darf). Die obligatorischen Bilder dürfen selbstverständlich nicht fehlen und so stellen wir uns brav in die Schlange derer, die sich mit der bronzenen Julia ablichten wollen, deren rechte Brust vom millionenfachen angebrachten glatt poliert glänzt. Ich zweifle ernsthaft an, dass es sich dabei um einen "Brauch" handelt.
Zurück am Stellplatz fiel uns ein, dass wir noch in einen Supermarkt mussten. Brot, Wurst, Butter...alles leer. Also wieder los und einen Supermarkt suchen und das ist Typisch: Sucht man keinen stolpert man an jeder Ecke über einen solchen. Aber wehe man ist auf der Suche. Die Longboards aus der Garage und mit A.-M. kreuz und quer durch Verona gerollt.