Round-up: Reisen mit Eltern – Reiseblogger geben Tipps

18. November 2017

von Anna

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Reisen mit den eigenen Eltern – darüber habe ich bisher noch nie etwas gelesen. Viele Reiseblogger geben Tipps zum Reisen mit Kindern, Tieren oder wie man den perfekten Travelbuddy findet, aber Tipps zum Reisen mit Eltern gibt es nicht wirklich. Nachdem ich bei der Reisenacht auf Twitter merkte, dass das Thema Anklang findet, habe ich einige Reiseblogger gefragt, ob sie gerne mit ihren Eltern verreisen und welche Tipps sie dabei anderen  geben würden.

Meine Familie vorm Schloss Schoenbrunn

Die Fotografin und Autorin fehlt natürlich in diesem Bild 🙂

Die Idee zum Round-up und dem Thema Reisen mit den eigenen Eltern

Anlass dieses Roundup-Posts war mein Wientrip, den ich mit meinen Eltern, meinem Mann, meiner Schwester und ihrem Freund unternahm. Ich bin ganz stolz auf meine Eltern, denn sie sind das erste Mal geflogen. Bisher haben Sie mich immer nur zum Flughafen gebracht, mussten mich für längere Zeit in die USA, nach Polen oder in die andere Richtung nach Indien ziehen lassen. Nun hatten sie endlich einmal auch die Chance zu erleben wie schön es über den Wolken ist und sie waren mächtig aufgeregt.

Wir hatten uns bewusst dazu entschieden eine Destination auszuwählen, bei der die Flugzeit nicht allzu lang dauert, anderthalb Stunden sollten für das erste Mal lang genug sein. Wir haben uns auch für eine große Airline entschieden, damit meine Eltern ein bisschen Komfort genießen können und den Service an Bord. Es ging von Amsterdam aus nach Wien, mit der top Airline KLM. Mit dieser habe ich bereits gute Erfahrung auf der Langstrecke gemacht.

Ich habe in Wien auf eine gute Erreichbarkeit des Hotels (Motel One am Hauptbahnhof) vom Flughafen aus geachtet und dass dieses nicht zu weit von öffentlichen Verkehrsmitteln entfernt ist. Vor der Reise habe ich überlegt die kurze Zeit des Trips durchzutackten und genau zu planen, damit wir möglichst viel sehen. Aber ich bin froh, dass ich das nicht gemacht habe, es braucht beim Reisen mit den Eltern auch ein bisschen Spontanität für Kaffeepausen oder gemütliches Erkunden der Stadt ohne Hetze. Da haben dann auch alle etwas davon, zumal Wien einfach eine wunderschöne Stadt ist, an der man sich nie so richtig satt sehen kann. Für Elterninteressen jeglicher Art sind hier Aktivitäten, Besichtigungen und Besuche möglich. Meinen Eltern hat ganz besonders das Schloss Schönbrunn gefallen. Nach den vielen gewollten oder ungewollten Sissiabenden war das für die Family das große Highlight der Reise. 🙂

Natürlich gibt es auch einmal Meinungsverschiedenheiten, wir sind alle direkt und sagen unsere Meinung, aber meine Mama ist die „Harmonie in Person“ und findet immer einen Kompromiss. Als die Reisebloggerin in der Familie, fühlte ich mich natürlich für vieles verantwortlich und mit einer dicken Erkältung, wird es dann auch einmal anstrengend, wenn man denkt auf alle aufpassen zu müssen.

Wir lachen aber immer sehr viel, weil wir viele Insider haben, die wir in entsprechenden Situationen immer wieder hervorholen und gepaart mit der süßen Aufgeregtheit meiner Eltern war unsere Wienreise echt eine schöne Erfahrung.


Nun geht es zu den spannenden Erlebnissen und Tipps meiner lieben Reiseblogger-Kollegen, die sehr gerne mit ihren Eltern verreisen.

Reiseblogger geben Tipps zum Reisen mit Eltern

Tanja von Spaness

Ungewöhnlich übernachten auf einem Segelboot in Bremen

Wir unternehmen öfter Reisen mit den Eltern – doch länger als eine Woche reisen wir mittlerweile nicht mehr zusammen. Bei uns ist ja auch der Nachwuchs immer mit an Bord und das schränkt die Reisezeit ja doch etwas ein. Besonders bewährt haben sich z.B. Kurztrips. Wir schenken unseren Eltern so etwas auch regelmäßig – einfach auch, um gemeinsame Zeit zu verbringen. Denn sind wir doch mal ehrlich, je älter wir werden, desto älter werden auch die Eltern und wer weiß, wie lange wir noch gemeinsam reisen können. Wir sollten die „gemeinsame“ Reisezeit mit den Eltern einfach genießen.

Aber zurück zu den Kurztrips – welche wir mit den Eltern unternehmen. Hier bringen wir gern Abwechslung ins Spiel. 🙂 Wir wählen für den Aufenthalt gern ein tolles Wellnesshotel, um für Entspannung zu sorgen. Aber ansonsten richten wir uns thematisch nach den Wünschen und Vorlieben der Eltern bzw. wissen wir ja auch was denen Spaß bringt und was auch immer ein ganz klein wenig dafür sorgt, dass die Eltern auch mal die Komfortzone verlassen. 🙂 So ging es in den letzten Jahren z.B. schon an die Mecklenburgische Seenplatte inkl. Bootstour, Wandern im Harz mit Kerzenlicht-Essen im Kloster, auf Musical/Städte-Trip durch Berlin, auf ein Mini-Ostseeinsel-Hopping (Rügen + Hiddensee) oder auch für eine ungewöhnliche Übernachtung auf ein Schiff. Wir achten halt drauf, dass die An- bzw. Abreise max. zwischen 3-4 Stunden beträgt. Es sind meistens 2 Übernachten; besser 3 Übernachtungen und auch „gutes Essen“ spielt dabei eine große Rolle. Es geht halt um gemeinsame, schöne und genussvolle Erlebnisse.

Über das außergewöhnliche Übernachten mit ihren Eltern in Bremen hat Tanja auch einen Bericht verfasst.

Julia vom MeinWeltbuch – Reiseblog

Julia von Mein Weltbuch mit ihren Eltern

Obwohl ich eigentlich aus dem Alter ´raus bin, reise ich auch als Erwachsene (29) immer wieder gerne mit meinen Eltern. USA, Botswana & Simbabwe, Istanbul und zuletzt Peru & Bolivien haben mein Freund Daniel und ich zusammen mit meinen Eltern bereist, und für den nächsten Sommer wird Australien geplant. Bisher immer mit Mietwagen/Hotel, Camper wäre mir dann doch zu wenig Privatsphäre. 🙂

Wenn eure Eltern so fit (oder fitter :)) sind wie ihr selber, sind den Reise-Zielen wohl keine Grenzen gesetzt. Wichtig ist, dass man sich darüber einig ist, wie komfortabel oder einfach das Reisen sein soll/darf und dass jeder bzgl. seiner Interessen auf seine Kosten kommt. Das bedeutet bei uns auch mal, dass wir vor Ort nicht jeden Tag ein gemeinsames Programm absolvieren. Wir sprechen auch ganz offen vor jeder Reise, wie wir die Finanzen regeln, wenn wir z.B. zusammen essen gehen oder einkaufen.

Wir reisen viel, und gerne auch in eher abgelegenere Ecken der Welt. Ziele, die meine Eltern alleine nicht bereisen würden. Daher freue ich mich immer wieder, dass sie sich mit uns zusammen darauf einlassen und wir dadurch wunderschöne Erlebnisse teilen.

Julia und ihre Reiseerlebnisse findest du auf www.meinweltbuch.com

Lynn von Lieschenradieschen Reist

Lynn und ihre Mama in Kapstadt

Ich bin schon immer viel mit meinen Eltern gereist – in den Sommerferien ging es entweder nach Südfrankreich oder in andere europäische Länder und ich habe es geliebt. Meine Mutter und mich verbindet allerdings die Liebe zum afrikanischen Kontinent und so sind wir bereits 3 Mal durch Ost- und Südafrika gereist. Wenn man so durch die unendlichen Weiten der namibischen Landschaft fährt, kommt man sich nochmal ganz anders nahe. Es ist schön miteinander zu schweigen und genauso schön ist es auch, sich neu, besser und vor allem auch anders kennen zu lernen. Man meistert gemeinsame Herausforderungen wie kaputte Autoreifen, Hitze und ungewohntes Essen. Und am schönsten sind die gemeinsamen Erinnerungen die man schafft. Und genau aus diesen Aspekten reise ich ungemein gerne mit meiner Mama. Wir ergänzen uns perfekt, haben viel Spaß mit einander und sind uns eigentlich auch immer einig. Ich kann euch nur eins raten, probiert es ruhig mal aus, reist mit euren Eltern und lernt euch anders kennen – es ist wunderbar!

Lynn’s Reisen mit und ohne ihre Mama findest du auf Lieschenradieschen Reist.

Eva von Miriam und Eva unterwegs

Eva mit ihrer Tochter und Mutter in Argentinien

So richtig viel reise ich eigentlich erst wieder mit meiner Mutter, seitdem meine Tochter auf der Welt ist. Für uns ist das eine tolle Möglichkeit, eine intensive Zeit zu dritt zu verbringen und davon zehren wir alle immer sehr lange. Vor allem seitdem sie in Rente ist, hat sie natürlich viel mehr Flexibilität die wir nutzen. In Bezug auf Ziele schränken wir uns nicht ein. Wir waren schon zusammen an der Ostsee und im Elbsandsteingebirge, aber auch in Patagonien, Sri Lanka und Nepal. Besonders wichtig ist es, dass man den gegenseitigen Respekt behält und sich auch mal Freiräume gibt. Spannend finde ich, dass sich auf Reisen mit meiner Mutter oft unsere Rollen umdrehen. Während wir in Deutschland doch noch die klassische Rollenverteilung Mutter-Kind haben, so ist das auf Reisen oft anders. Da ist sie dann sehr auf mich angewiesen, wenn sie zum Beispiel die Landessprache nicht spricht. Am Anfang war das eine Herausforderung, aber mittlerweile haben wir den Dreh raus. Nach sechs Jahren intensiven gemeinsamen Reisens können wir zu dritt auf so unglaubliche gemeinsame Erfahrungen zurückblicken, und ich hoffe sehr dass das noch lange so weitergeht!

Eva’s Blog heißt Miriam und Eva unterwegs, sie lebt mit ihrer Tochter in einem kleinen Dorf in Nepal. 

Sophia von Sophia’s Welt

Sophia und ihr Vater beim Rafting

Die Liebe zum Reisen verdanke ich meinen Eltern, vor allem meiner Mama. Denn sie hat mich von Kindesbeinen an überall mit hingenommen und mir die Welt gezeigt. So hat es sich entwickelt, dass wir zusammen bis heute jedes Jahr mindestens einmal gemeinsam unterwegs sind. Mit ihr zu reisen fühlt sich an wie mit meiner besten Freundin zu verreisen. Da wir auch noch die gleichen Interessen haben – von Wandern, Kultur, Städtetrips bishin zu einem Aktivurlaub – geraten wir auch nicht aneinander. Empfehlen kann ich jedem nur sich im Vorraus mit der Art der Reise zu beschäftigen. Wird es eine Städtereise oder doch eher eine Kreuzfahrt? Jeder hat andere Interessen und darauf sollte man auf jeden Fall Rücksicht nehmen!

Empfehlen würde ich einen Wellnessurlaub oder einen Städtetrip, je nach Geschmack. Bei diesen zwei Reisearten kann sich meiner Meinung nach jeder für sich am besten Zeit nehmen.

Spaß macht mir das Reise mit meinen Eltern immer noch sehr. Durch die vielen Reisen wissen wir mittlerweile, was dem anderen jeweils gefällt und nicht gefällt. Ich behaupte jetzt einfach mal, dass meine Mama und ich ein eingespieltes Team sind. Und hoffe, dass sie das auch so sieht!

Bei Sophia’s Welt dreht sich alles ums Fotografieren beim Reisen, Abenteuer und Städtereisen.

Sarah von Itchy Feet

Sarah in Montepulciano

Als ich ein Kind war, verbrachten meine Familie und ich jeden Sommer ein paar Wochen auf einem Campingplatz in Castiglione della Pescaia, einer kleinen Stadt in der Toskana. Tagsüber lagen wir am Strand in der Sonne und badeten im Meer, abends spielten wir mit Kindern in unserem Alter Verstecken in den, in Kinderaugen, grenzenlos verwinkelten Wegen des Platzes oder saßen nachts am Strand, hörten dem Gitarrenspiel eines Jungen aus München zu und suchten nach Sternschnuppen.

Auch heute versuche ich alle paar Jahre an diesen Ort wiederzukehren. In diesem Sommer war ich drei Wochen mit meinen Eltern dort. Drei lange Wochen mit Mama und Papa. für viele sicher unvorstellbar, für mich das einfachste auf der Welt. Denn wir drei hatten die gleiche Vorstellung, wie unsere Zeit dort aussehen würde und sind Toskana -Urlaub erprobt.

In den vergangenen Jahren habe ich auch schon Freunde mit nach Castiglione mitgenommen und was ebenfalls sehr schön war, jedoch anders als mit meinen Eltern. Vielleicht liegt es daran, dass wir so viele Erinnerungen mit diesem Fleckchen Erde miteinander teilen und die Zeit dort auf besondere Weise zu schätzen wissen.

Mehr von Sarah gibt es auf ihrem Blog Itchy Feet zu lesen.

Elena von Verliebt in Italien

Elena reist mit ihrer Mama durch Italien

Nicht nur ich bin verliebt in Italien – auch meine Mutter mag dieses Land. Viele Regionen sind von Österreich aus schnell zu erreichen und vor allem der Norden ist voll von schönen Gebäuden, die wir beide gerne besichtigen. Natürlich schmeckt uns – wie vielen anderen – auch die italienische Küche besonders gut! Dass Italiener frauenfreundlich sind, ist bekannt, aber wir haben festgestellt, dass eine MAMMA natürlich noch freundlicher behandelt wird, vor allem wenn sie bereits 70+ ist.

Für uns haben sich die kleineren Städte und Dörfer als optimal herausgestellt. In Großstädten ist es uns zu laut; zu weite Wege liegen zwischen den einzelnen Besichtigungspunkten. Schönheiten sind überall zu finden – man muss nur offenen Auges durch die Gegend fahren. Wir wollen flexibel bleiben, darum machen wir unsere Rundreisen immer mit dem Auto. Bei den Unterkünften bevorzugen wir kleinere, oft familiengeführte Hotels bzw. B&Bs mit speziellem Flair.

Ich nehme meine Mutter gerne mit auf Reisen. Daheim haben wir wenig gemeinsame Zeit, da ich viel arbeite. Unsere Kurzreisen sind noch nicht zu anstrengend für sie, auch wenn wir es inzwischen schon etwas langsamer angehen. Hoffentlich bleiben uns noch viele Jahre für gemeinsame Reisen…

Von Elena’s Reisen mit ihrer Mutter kannst du auf Verliebt in Italien lesen.

Marian von GeoMarian

Für mich ist das Reisen mit meiner meinen Eltern, insbesondere mit meiner Mutter, das Größte. Zugegeben, das liegt vielleicht auch an mir. Ich bin ja auch erst fünfzehn. Aber egal, denn ich finde, das rückt das gesamte Thema nochmal in ein anderes Licht. „Reisen mit den Eltern ist uncool!“, finden viele Jugendlich ja. Ich muss sagen, ich könnte mir keine bessere Reisebegleitung als meine Mutter vorstellen. Wenn wir zwei ein Land unsicher machen, lachen und weinen wir. Dann machen wir alles nach Plan und gleichzeitig schmeißen wir alles über den Haufen. Wenn wir zwei unterwegs sind, erleben wir Dinge, die ich nie mit jemand anderem erlebt hätte – und die ich nie vergessen werde. Entgegen der meisten Jugendlichen habe ich auch nicht vor, irgendwann einmal nicht mehr mit ihr zu reisen. Denn anders als so manche Freunde ist die eigene Mama doch etwas, was bleibt. Jemand, der mit einem durch dick und dünn geht. Warum sollte man also nicht mit ihr die Welt entdecken? Ich für meinen Teil bin so dankbar dafür, immer wieder aufs Neue mit meiner Mutter verreisen zu dürfen. Denn Familie und Reisen sind doch die schönsten Dinge dieser Welt.

Marian ist wohl mit seinen 15 Jahren der jüngste Reiseblogger Deutschlands, er bloggt auf GEOMarian.

Imke von Crappy Radio Stations and Candy Bars

Imke und ihr Vater im Yosimte Nationalpark

„Warum treffen wir uns nicht einfach in Kalifornien?“, fragte ich irgendwann, während meiner Weltreise, meinen Vater. Die Idee des gemeinsamen Roadtrips war geboren. Reisen mit den eigenen Eltern, wenn man selber schon erwachsen ist, das ist sicher nicht für jeden entspannend. Aber mein Vater stellte sich als herrlich unkomplizierter und angenehmer Roadtrip-Partner heraus.

Was ich besonders an dem gemeinsam Urlaub geschätzt habe? Dass ich meinen Vater mal wieder wirklich gesehen habe. Nicht zwischen Tür und Angel, oder im Trubel von Ostern oder Weihnachten. Denn seien wir ehrlich: wenn man nicht in derselben Stadt wohnt, sieht man die eigenen Eltern vermutlich nur noch 3-5 Mal im Jahr und bekommt nicht mehr so viel von ihnen mit. In den drei Wochen haben wir logischerweise viel geredet – über Gott und die Welt, viel gelacht und gemeinsam etwas erlebt. An das gemeinsame Abenteuer „Roadtrip“ erinnern wir uns beide immer noch gerne wieder zurück und es ist etwas, was uns verbindet. Das finde ich einfach sehr schön.

2016 sind wir erneut gemeinsam unterwegs gewesen und haben einen Roadtrip durch Jordanien gemacht. Ganz latent schwebt übrigens auch schon die nächste Idee im Raum: ein Städtetrip nach New York.

Über den Roadtrip hat Imke auch folgenden Beitrag geschrieben: Drei Wochen Kalifornien Rundreise: Deine ultimative Roadtrip Route

Helena und Eva von Days Weekends & More

Eva und Helena mit ihren Eltern

Besonders wichtig ist es uns, auf alle Vorlieben, aber auch auf die körperliche Fitness aller Familienmitglieder Rücksicht zu nehmen. Nicht nur bei der Planung, sondern auch beim Reisen selbst. Wir werden mit unserem Papa also nicht eine Woche Strandurlaub machen und mit unserer Mama nicht Klippenspringen. ?

Da wir alle abenteuerlustig sind, und auf unseren Reisen so viele verschiedene Eindrücke wie möglich sammeln wollen, kommt es für uns nicht in Frage für längere Zeit an nur einem Ort zu bleiben. Erfahrungsgemäß ist deshalb der Roadtrip unsere beliebteste Reiseform. Geht es allerdings um einen Kurzurlaub, bevorzugen wir in einer kleinen Hütte in einem vielfältigen Wandergebiet unterzukommen.

Das perfekte Reiseziel ist eines für das sich jeder gleichermaßen begeistert! Nachdem nicht jeder die gleichen Vorlieben hat, soll man eine vielfältige Destination wählen. In Montenegro zum Beispiel gibt es zauberhafte Altstädte, unterschiedlichste Nationalparks – ein Paradies für Naturliebhaber, Abenteurer und Wanderer – aber auch Strände für diejenigen die es gerne ruhig angehen.

Von den Schwestern, die auch gerne mit ihren Eltern reisen, erfährst du mehr auf Days Weekends & more

Anja von Go on Travel

Anja mit ihrem Papa in Island

Mein Papa begleitet mich nun bereits seit etwa 3 Jahren auf meinen Reisen. Inzwischen war ich mit ihm in den USA, auf Island, in Marokko, in den Niederlanden, Lettland, auf Malta, in Belgien und in Tschechien. Nach dem Tod meiner Mutter, wollte er gerne noch ein wenig von der Welt sehen, alleine reisen wollte er allerdings nicht. Deshalb nehme ich ihn oder auch zusammen mit meinem Bruder in den Urlaub. Mittlerweile haben wir beide sogar schon ein Ritual, dass wir einmal im Jahr zusammen mindestens einen Städtetrip machen – immer etwa um seinen Geburtstag herum.

In meiner Kindheit haben meine Eltern die Reisen organisiert, jetzt übernehme ich alles komplett. Natürlich beziehe ich meinen Papa bei der Planung mit ein, egal ob es um die Unterkünfte, Flugbuchung oder Ausflüge auf Reisen geht. Natürlich ist er nicht mehr der Jüngste und ich muss auf bestimmte gesundheitliche Probleme Rücksicht nehmen. Ich erinnere mich an unseren ersten Städtetrip nach Amsterdam, als wir den ganzen Tag so ziemlich alle Grachten abgelaufen sind. Irgendwann hat er gestreikt und sich auf eine Bank direkt an einer Gracht gesetzt. Ich habe dann einfach die Gegend, um ihn herum erkundet, bis er sich genug erholt hatte und es wieder weiter gehen konnte.

Und natürlich gibt es auch auf Reisen mal Meinungsverschiedenheiten, die bleiben nicht aus – vor allem wenn zwei Dickköpfe wie wir es sind, aufeinander treffen. Aber auch hier fügt sich alles wieder zusammen, sonst würden wir längst nicht mehr gemeinsam verreisen. Das Schönste am Reisen mit ihm ist, dass wir fremde Kulturen, Landschaften, ernste aber auch spaßige Situationen etc. gemeinsam entdecken bzw. erleben. Oft schwelgen wir dann in Erinnerungen „weißt du noch …“.

Anjas Reisen rund um die Welt kannst du auf GoonTravel.de folgen.

Martina von Places und Pleasure

Martina fährt mit ihren Eltern am liebsten in die Berge

Schon früher bin ich gerne und oft mit meinen Eltern in den Urlaub gefahren – auch als ich dann erwachsen war. Nach vielen Jahren Pause haben wir uns vor drei Jahren entschlossen, diese schöne Tradition wiederzubeleben. Dabei genießen wir vor allem die vielen gemeinsamen Stunden, die wir auf Reisen zusammen verbringen können – ohne Termine und Verpflichtungen, die uns dabei einschränken. Gerade wenn die Eltern älter werden, finde ich diesen Punkt besonders wertvoll. Schließlich weiß niemand, wieviel Zeit einem noch miteinander bleibt.

Damit die Reise mit den eigenen Eltern für alle zu einem schönen Erlebnis wird, gilt es aber, ein/zwei Punkte zu beachten: So sollte das Reiseziel allen gefallen. Wenn die Wünsche hier allzu sehr auseinanderdriften, kann sich das leicht auf die gute Stimmung vor Ort auswirken. Bei uns passt es prima, dass wir uns alle auch in den Bergen wohlfühlen. Wichtig auch, dass genügend Freiraum für eigene Unternehmungen bleibt. Bei uns heißt das zum Beispiel, ich nehme mir die Zeit für Wellness, während meine Eltern noch einen Spaziergang machen.

Auf diese Weise haben wir zuletzt die gemeinsamen Reisen an den Achensee sehr genossen. Im nächsten Jahr soll es nach Südtirol gehen. Ich freue mich schon drauf.

Von Martina’s Genuss- und Aktivreinsen liest du mehr auf ihrem Blog Places and Plaesure.

Elke von die Reiselautsprecher

Elke mit ihrer Mutter auf der Maid of the Mist vor den Niagara Fällen

Das erste Mal bin ich mit Anfang 30 – wieder – mit meiner Mutter verreist. Ich war schon ziemlich herumgekommen und wollte ihr nun auch mehr von der Welt zeigen. Unsere erste Reise ging nach Teneriffa, eine Woche in eine Finca. Meine Mutter war da schon über 60. Das haben wir beide sehr genossen. Es folgten Roadtrips durch Florida, dann durch Ontario und Quebec. Aber auch Reisen nach Istrien, Wien, ins Salzburger Land und winterliche Oberstorf. Also eine recht bunte Mischung.

Die Herausforderung für mich war und ist, die Reise „altersgerecht“ zu organisieren. So, dass meine Mutter sich wohl- und nicht überfordert fühlt. Unser letzter Roadtrip vor vier Jahren führte ins norwegische Fjordland. Kurze Fahrstrecken, kleine Spaziergänge, überschaubares Programm. Übernachtet haben wir in den typischen Hütten. Es war die vorletzte Reise ohne Rollator. Seitdem ist vieles anders. Doch wir ziehen trotzdem zusammen los. Dann eben ins „Kurzentrum Waren“. Eine Woche Wohlfühlurlaub in zwei Einzelzimmern. Denn das hat sich auch verändert: die Schlafgewohnheiten sind nicht mehr wirklich kompatibel. Deshalb achte ich auf eigene Zimmer oder getrennte Betten. So sind wir beide entspannter.

Meine Mutter ist jetzt 82 Jahre alt. Die gemeinsamen Reise-Erinnerungen sind unbezahlbar. Nächstes Jahr soll es auf den Darß gehen. Und dann sagte sie letztens: „So eine Flusskreuzfahrt muss ja auch schön sein.“ Die Botschaft ist angekommen.

Über Elke und ihre wunderbaren Reisen durch die ganze Welt kannst du unter die Reiselautsprecher mehr erfahren.

Sebastian von Japsolut on tour

Sebastian war mit seiner Mutter in Coimbra

Mit meiner Mutter war ich bereits in einigen Städten Europas, darunter Budapest, Prag und Lissabon sowie in verschiedenen Teilen Japans, darunter Kyûshû und Hokkaidô, was familiär bedingt ist, da sie aus Japan stammt. Generell finde ich Städtereisen innerhalb Europas ideal für das Reisen mit den eigenen Eltern. Gerade bei Berufstätigkeit bieten sich (verlängerte) Wochenendtrips in diverse europäische Metropolen an, wobei es nicht immer Paris oder Rom sein muss, sondern auch gerne mal kleinere, aber durchaus feine(re) Städte. Spontan fallen mir da Coimbra in Portugal, das tschechische Český Krumlov oder Liège in Belgien ein.

Bis vor kurzem war ich Studierender und grundsätzlich reise ich oftmals allein. Was ich daher besonders schätze, wenn ich mit meiner Mutter reise, ist die Tatsache, nicht jeden Cent umdrehen zu müssen und auch mal in einem schickeren Restaurant essen zu gehen oder in einem Hotel zu schlafen, natürlich vorausgesetzt, dass eure Eltern nicht lieber in einem Hostel-Mehrbettzimmer übernachten. Unbedingt mitnehmen sollte man einen ordentlichen Fotoapparat, denn während ich mir meine eigenen Fotos im Nachhinein leider recht selten ansehe, lassen sich Reisefoto mit den eigenen Eltern auch wunderbar zu Geschenken und netten Erinnerungen umfunktionieren. Ein Hoch auf unsere Eltern!

Sebastian reist gerne und oft nach Japan. Seine Reisen kannst du unter Japsolut on tour mitverfolgen.

Claudia von Weltreize

Claudias Symbolbild zum Thema Reisen mit Eltern

Nach 20 Jahren bin ich diesen Mai zum ersten Mal wieder mit meinen Eltern verreist. Hatte ich meinem Vater zum 70. geschenkt. Es wurde eine Städtereise nach Budapest. Während sich früher meine Eltern um alles gekümmert haben, war die Rollenverteilung nun genau umgekehrt: Ich war Reisebüro, Reiseleiterin und Beschwerdemanagement in einer Person. Wir haben auf ein paar Dinge geachtet, die uns geholfen haben, aus den Tagen in Budapest eine unvergesslich schöne Zeit zu machen. Hier meine ultimative Packliste fürs Reisen mit Eltern:

  • Ruhiges Hotel in einer sicheren Gegend. Nicht im Szeneviertel. Empfehlenswerte Restaurants in Laufweite
  • Kartenspiel für Skat oder Doppelkopf am Abend
  • Gemütliches Tempo mit Platz für Päuschen
  • Fahrkarte für die öffentlichen Verkehrsmittel
  • Überschaubare Laufwege, Treppen vermeiden
  • Kultur in kleinen Häppchen
  • Führungen auf Deutsch
  • Elternkompatible Mahlzeiten in regelmäßigen Abständen – das neue Szenelokal mit Fusion Food macht wenig Sinn, Hausmannskost ist gefragt
  • Ein Auge dafür, dass alle regelmäßig was Trinken
  • Raum für eigene Unternehmungen (oder Mittagsschläfchen), auf Klassenfahrt hat man sich schließlich auch am meisten auf die ungeplanten Freizeiten gefreut.
  • Geduld. Verständnis. Humor.

Claudia hat über die Reise nach Budapest mit ihren Eltern im Beitrag 44 Insidertipps für Budapest berichtet.

Ines und Thomas von Gin des Lebens

Ines und Thomas von Gin des Lebens

Ines und Thomas unterwegs mit ihren kamerascheuen Eltern

Sogar Lonely Planet sieht es als Trend für 2018: generationenübergreifendes Reisen. Viele sind in jungen Jahren nicht so begeistert mit den Eltern verreisen zu „müssen“. Wir haben das immer schon gerne gemacht und machen es heute noch. Es gibt natürlich Dinge, die man beachten muss. Für uns selbst sind längere Anfahrten zum Flughafen nicht wirklich schlimm, aber reisen wir mit unserer Familie, versuchen wir das zu vermeiden. Nicht jede Reise oder jeder Ausflug ist für alle Familienmitglieder gleichermaßen geeignet, aber wenn man die Reise gemeinsam plant, kann jeder für sich selbst entscheiden, ob er oder sie das möchte. Wir waren nun schon öfters mit den Eltern von Thomas in der Karibik, haben heuer sogar einen Costa Rica Roadtrip gemacht. Mit meiner Mama, ihrem Lebensgefährten und meiner Tante waren wir im März dieses Jahr in Island unterwegs. Es geht nichts über gemeinsame Erlebnisse, von denen man dann jahrelang zehrt. In diesem Zusammenhang fällt mir immer dieses Zitat ein:

“Sometimes you will never know the value of a moment until it becomes a memory.”
Theodor Seuss Geisel

Dieses Zitat hat für mich eine traurige Bedeutung und dennoch auch etwas Positives. Es gibt da nämlich einen ganz besonderen Menschen, der leider nicht mehr da ist. Mit dem ich nicht mehr reisen oder ihm von unseren Abenteuern erzählen kann. Um nicht daran zu zerbrechen, versuche ich es noch viel mehr zu schätzen, dass ich die Chance habe zu reisen und diese Erlebnisse mit meinen Liebsten teilen zu können…

Reisen zu können ist für Thomas und Ines der Gin des Lebens und darüber schreiben sie in ihrem Blog.


Ich danke allen Teilnehmern für eure wundervollen Geschichten, Tipps und süßen Fotos. Es ist wunderbar, Zeit mit den Eltern auf Reisen zu verbringen, gemeinsam weg vom Alltag zu sein ist und sich gegenseitig neu kennenzulernen.

Dieser Beitrag darf sehr gerne weiter wachsen, wenn du also auch noch interessante Elerbnisse mit deinen Eltern, Tipps zum Reisen mit Eltern und Geschichten dazu mit anderen teilen möchtest, dann kannst du dich gerne bei mir melden und ich werde Text und Bild diesem Beitrag hinzufügen.

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4Kommentare

4 Kommentare

  1. Jutta von Kreativfieber

    Spannendes Thema! So richtig geplant bin ich noch nie mit meinen Eltern in den Urlaub gefahren, wir lieben allerdings den gleichen Ort an der Nordsee und waren ab und zu schonmal ein paar Tage zeitgleich da. Das war dann immer ganz schön – jeder hatte seine eigene Wohnung, aber man konnte sich trotzdem mal treffen 🙂

    Antworten
    • Anna

      Hallo Jutta!

      Das klingt doch super! In meiner Familie (Onkel und Tanten) wird das auch oft so gemacht. Ich liebe die Nordsee. Welchen Ort meinst du? ?

      Liebe Grüße

      Antworten
  2. Rebekka // rheinherztelbe.de

    Liebe Anna,

    deine Zusammenstellung ist supertoll,
    Wir verreisen auch immer mal wieder mit unseren Eltern in die verschiedensten Städte in Europa. Das macht wirklich Spass.
    Das wichtigste ist das Zusammensein … Mittlerweile übernehmen wir aber auch die komplette Planung der Reise. Für Tickets, Bargeldverwaltung, Essen ist dann immer von uns gesorgt. Sozusagen das Rundum-Sorglos-Paket…

    Liebe Grüße,
    Rebekka

    Antworten
    • Anna

      Hi Rebekka,

      lieben Dank für dein Feedback! Die Planung und Organisation des Wientrips haben auch meine Schwester und ich übernommen. Meine Eltern konnten mal ganz die Kontrolle abgeben, was meine Mama definitiv besser konnte als mein Dad. 🙂 Aber so sind Papa’s halt oder?

      Beste Grüße
      Anna

      Antworten

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