Europablogparade: meine Perlen der Ostslowakei

30. Mai 2017

von Anna

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Bei einem Aufruf zu einer Europablogparade muss man eine Reisebloggerin, die besonders auf Kurzreisen steht, nicht lange bitten. Daher bin ich der Christina von Trip To The Planet unheimlich dankbar für die Idee und bedanke mich bei ihr dir nun die Slowakei vorstellen zu dürfen!

Wenn Reiseliebhaber oder Touristen an dieses Land denken, dann haben sie oftmals die Hauptstadt Bratislava im Kopf. Aber was ist mit der wunderschönen Tatra oder auch meinen Perlen in der Ostslowakei: Poprad, Kosice oder Kezmarok.

Ostslowakei - Vadopady

Nun möchte ich dir die drei wichtigsten Fragen, die wahrscheinlich gerade in deinen Gedanken kreisen einmal ganz ausführlich beantworten

1. Wieso eigentlich die Slowakei?

Gegenfrage: wieso eigentlich nicht? 😉

Es war mal wieder ein Zufall der mich die Ostslowakei besuchen lies, aber jede Sekunde war es wert. Nicht nur weil liebe Familienangehörige dort ihren Geburtstag gefeiert haben, sondern auch weil ich wieder ein wundervolles Land in Osteuropa kennenlernen durfte.

Nach Polen und Rumänien hat es mir Osteuropa unheimlich angetan, die Altstädte, die Herzlichkeit, die Bescheidenheit, der Stolz auf das eigene Land. Es sind die kleinen Dinge, die mich überzeugt haben. Schönheit und Hässlichkeit liegen hier direkt nebenbeinander und machen das Bild zu einem Ganzen.

Das ist immer noch keine Antwort warum ausgerechnet die Slowakei zu bereisen ist. Aber vielleicht hilft das: Vielfalt. Ja, die Slowakei fällt in Sachen Flüchtlingskrise nicht sehr positiv auf, aber das Land an sich ist schon sehr vielfältig und bietet für jeden Reisenden ein passendes Angebot. Hier kommen Outdoorfreunde voll auf ihre Kosten, allen voran in der Ostslowakei, die ich bereist habe. Wandern, Mountainbike fahren, Klettern – alles ist möglich, egal ob Sommer oder Winter. Im Winter kommen natürlich noch die Wintersportarten dazu und du sparst ordentlich bei einem Skiurlaub in der Slowakei.

Kleiner Tipp: Du kannst von Polen nach Slowakei über einen Berg „wandern“. Schau dazu mal bei den Jungs von 1 Thing To Do vorbei.

Ostslowakei Tatra Vadopady

Die Wasserfälle bei

Aber auch Städtereisende kommen auf ihren Genuss. Sei es nun die Großstadt Bratislava oder die bereits genannten Perlen der Ostslowakei. Hier sind die Städte nicht überfüllt, denn es gilt noch das Prinzip „Reden mit Händen und Füßen“. Wer wirklich mal eine andere Kultur erleben möchte, wird dies in Poprad, Kosice oder Kezmarok definitiv können.

2. Wie kommt man in die Ostslowakei?

Die Anreise ist relativ unproblematisch, viele würden mit dem Auto fahren, aber wegen vieler Geschäftsleute gibt es auch viele Flüge. Poprad hat einen kleinen Flughafen, der wird aus Deutschland aber leider nicht direkt angeflogen , auch nicht über Wien. Es gibt aber einen weiteren Flughafen in der Region, den man aus Deutschland über Wien dank Austria Airlines erreichen kann: Kosice. Soll es weiter nach Kezmarok und somit ein ganzes Stück Richtung Tatra gehen, dann hast du es mit einem Mietwagen auch nicht allzuweit dorthin. Ein Auto solltest du in der Slowakei dann doch haben. Ich hatte das Glück, dass die Verwandtschaft mit dem Auto schon einen Tag eher angereist war und meinen Freund und ich abgeholt wurden.

Wir nutzen die Gelegenheit und besuchten noch die Innenstadt von der schönen Stadt Kosice, bevor wir weiter nach Kezmarok fuhren. Wie auch viele Städte in Polen oder die Altstadt in Sibiu, hat mich auch die Kosice verzaubert. Mit meinem Faible für Architektur bestaunte ich den Dom, das Nationaltheater, die zusammen mit den Fachwerkhäusern und dem Kopfsteinpflaster ein wunderbares Bild ergaben. Nach dem Besuch der Altstadt und einer ersten deftigen slowakischen Mahlzeit ging es dann weiter gen Tatra bzw. Kezmarok. Die Fahrt dauerte ca. 1,5 Stunden.

Ostslowakei Dom von Kosice

Hier der Dom von Kosice

Kostenpunkt Flug:

Von Düsseldorf über Wien nach Kosice: ca. 150 – 200 Euro mit Austria Airlines – Light Tarif (Handgepäck mit 8 kg, Stand November 2015)

3. Was unternimmt man in der Ostslowakei?

Übernachtet man in Kezmarok, deren deutscher Name Käsemark lautet, dann sollte man sich hier auch ein wenig Zeit für die Stadt selbst nehmen. Da wäre nämlich zum einen die Hrad (spätgotische Stadtburg), die nicht nur von außen schön anzuschauen und zu umrunden ist, sondern auch von innen bestaunt werden kann. Weil in dieser Stadt bis 1944 ein Drittel Deutsche wohnten, wundert auch die touristische Ausrichtung nicht. An den Informationstafeln ist Deutsch die zweite Sprache nach Slowakisch. Auch ohne Besuch der Burg kann man also schon vieles über sie erfahren. Die Mauer ist noch komplett erhalten, so bekommt man einen guten Eindruck über die Größe.

Neben der Hrad, wäre da noch die evangelische Holzkirche aus dem Jahr 1717. Sie ist zwar verputzt, wurde aber komplett aus Holz gebaut. Man beachte hier die Öffnungszeiten. Leider konnte ich sie nicht von innen besichtigen, dabei mache ich das eigentlich immer ganz gerne. Ansonsten sind mir die bunt verputzen Häuser in Kezmarok oder auch Poprad und Kosice aufgefallen. Es wird ganz gerne blau und rosa bzw. pink verwendet. Was das für einen Grund hat, kann ich dir leider auch nicht sagen. Aber vielleicht weiß ein anderer Leser warum?

MÚZEM HRAD

  • Hradné námestie 42
  • 060 01 Kežmarok
  • Öffnungszeiten:
  • Mai bis September, Montag – Sonntag 9.00 bis 16.00 Uhr
  • Oktober bis APRIL, Montag – Freitag von 8.00 bis 15.00 Uhr
  • Samstag, Sonntag und an Feiertagen – geschlossen
  • eine Führung dauert ca. 80 min
  • Eintritt: max. 5 Euro

Drevený artikulárny kostol (Evangelische Holzkirche)

  • Hviezdoslavova 18
  • 060 01  Kežmarok
  • Öffnungszeiten:
  • 01. Mai bis 31. Oktober: Montag – Samstag von 9.00 Uhr -12.00 Uhr, 14.00 Uhr – 17.00 Uhr
    1. November – 30.April: Dienstag bis Freitag: 10.00 Uhr – 12.00 Uhr, 14.00 Uhr – 16.00 Uhr
  • Eintritt: max. 3 Euro
Ostslowakei evangelische Holzkirche in Kezmarok

Evangelische Holzkirche

Die Ostslowakei bietet mit der Tatra ein tolles Gebiet, um im Sommer zu wandern oder im Winter Ski zu fahren. Deswegen empfehle ich dir das Gebiet auch als Alternative zu den üblichen Skipisten in Österreich oder der Schweiz in meinem Blogbeitrag „Warum dein nächster Winterurlaub in die Slowakei gehen sollte“.

Mit unseren Gastgebern fuhren wir von Kezmarok rauf in die Hohe Tatra nach Vysoke Tatry. Das touristische Zentrum für die Skifahrer und Wanderer heißt Stary Smokovec. Von hier kann man mit einer Standseilbahn noch höher nach Hrebienok fahren. Hier gibt es einen Ausgangspunkt für viele Wanderwege und Bergtouren, wie zum Beispiel zum Gipfelberg Slavkovský štít. Selbst Hrebienok liegt auf einer Höhe von 1285 Metern. Wir machten keine allzu lange Wandertour, schließlich war Winter. Wir wanderten (man könnte es auch durchaus hinabklettern nennen) ca. eine halbe Stunde zu den Wasserfällen (Vadopady). Bei ihnen handelt es sich um 4°C kaltes Wasser aus dem Gletschergebirge in der Hohen Tatra. Hier genossen wir den Ausblick und das rauschen des Wassers. Alles war ein wenig in weiß gehüllt, denn es hatte endlich angefangen zu schneien. Das gab ein wunderschönes Winterbild für die ganze Truppe. Nach diesem Anblick und dem Rückweg gönnten wir uns Kakao und etwas Süßes in einer Berghütte. Etwas Warmes im Bauch ist nach einer Wanderung in der frischen, klaren Luft einfach super!

Informationszentrum Tatranská Lomnica

  • Öffnungszeiten: Montag – Samstag, 8.00 Uhr – 14.30 Uhr
  • Tatranská Lomnica 13, 059 60 Vysoké Tatry

Über Unternehmungen in Kosice muss ich nicht mehr viel berichten. Dank dem Nationaltheater und einigen anderen Einrichtungen kommt die Kultur im Osten der Slowakei nicht zu kurz. Daneben kann man hier auch in schönen Boutiquen ein wenig shoppen und es sich in Cafés gemütlich machen.

Poprads Innenstadt besteht aus einer ganz kleinen Fußgängerzone, die von einer riesengroßen Kirche überthront wird. Die Stadt ist insgesamt nicht besonders eindrucksvoll. Aber wer gerne shoppen geht, dem empfehle ich das Forum, die große Mall der Stadt. Hier sind alle bekannten Brands zu finden und auch ein paar interessante slowakische Modemarken. Mich hat ein Café/Blumenladen sehr entzückt. Umhüllt von Blumen und Pflanzen wie im Dschungel, kann man hier seinen Kaffee, Tee und Kuchen genießen.

Garden Cafe Kvety Victor

  • OC FORUM
  • Námestie sv. Egídia 3290/124
  • 05801 Poprad

4. Was isst man in der Slowakei?

Leider muss ich den Vegetariern oder den vegan lebenden Menschen sagen, dass sie es in der Ostslowakei nicht leicht haben werden. Fleischlos kennt man hier nicht, das Verständnis ist auch gar nicht da. Als vegetarisch gekennzeichnete Speisen in den Menükarten sind dann doch nicht fleischlos, vor allem in kleineren Restaurants ist das der Fall. Ich denke es liegt einfach an der Kultur. In Polen ist es auch nicht einfach vegetarische oder sogar vegane Speisen zu finden, außer man befindet sich in Haupt- oder Szenestädten. So langsam kommt dort zwar das Verständnis, auch um die Touristenwünsche zu befriedigen, aber in kleineren Städten ist das Thema fleischlos essen noch nicht angekommen. In der Slowakei isst man deftig. Punkt! 🙂

  • Weißbrotknödel. Schande über mein Haupt, aber ich habe sie nicht probiert.  Knödel habe ich noch nie gekostet und dann wurde auch aus den Weißbrotknödeln nichts, ich traue mich einfach nicht heran. Die Weißknödel in der Slowakei sehen aus wie Brot und dann erfuhr ich, dass es sich tatsächlich um Brot handelt, eben nur gegart und nicht gebacken.
  • Borschtsch/Boršč/Barszcz. Eine der drei Bezeichnungen ist dir bestimmt bekannt oder? Die bekannte Suppe aus Osteuropa wird mit Rote Beete, Weißkohl, Karotten, Kartoffeln, Tomaten und Rindfleisch zubereitet und mit einer Crème fraiche Haube garniert.
  • Pierorgi. Diese Teigtaschen kenne ich bereits aus Polen. Sie sind aber nicht nur dort ein Nationalgericht. Es gibt sie in allen möglichen Variationen: süß oder mit Kartoffeln, Speck, Gehacktes, Spinat und Pilze gefüllt. In den slawischen Ländern und Russland streitet man sich über DIE EINE Zubereitung und Füllung. Ich mag sie am liebsten gebraten und nicht nur gekocht, genauso sieht das auch mit Pelmini aus Russland aus. 🙂
  • Palarcinki. Das sind eine Art Pfannkuchen, aber nicht so süß, man isst sie in der Slowakei offensichtlich  wie Kartoffeln, also als Beilage zum Fleisch (zum Beispiel gefüllte Ente). Für mich passte das nicht zusammen und deswegen habe ich mich da auch nicht herangetraut.
  • Knoblauchsuppe/Knoblauchkäse. Prinzipiell roch die Suppe richtig gut und ich wollte sie wirklich probieren, aber es wurde ein rohes Ei hineingehauen. Ein absolutes No-Go für mich, weil ich so viel Ekel vor Eiern habe. Knoblauchkäse bekommst du passenderweise in Käsemark, also Kežmarok, bei jedem Einzelhändler.

Ostslowakei Innenstadt Kezmarok

Ich hoffe ich konnte dir die Slowakei und vor allem den Osten des Landes, den ich in nur wenigen Tagen schätzen und lieben gelernt habe, schmackhaft machen und du denkst einmal darüber nach der Slowakei eine Chance zu geben. Ich würde mich sehr freuen. Sollten dazu noch Infos fehlen, dann schreib es mir doch einfach in die Kommentare. 🙂

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