Prolog: Unser erster Wohnmobilurlaub
In der Toskana auf den Spuren der Etrusker
16.04. - 25.04.2026
Schon früh haben wir mit den Reisevorbereitungen begonnen. Eigentlich viel zu früh, sofern so etwas überhaupt zu früh sein kann. Denn die Vorbereitung hat damit begonnen zunächst einmal die Rahmenbedingungen zu schaffen überhaupt einen Wohnmobilurlab machen zu können. Denn ohne Wohnmobil ist so etwas schwierig.
Mit dem Gedanken Wohnwagen und/oder Wohnmobil haben wir uns schon länger beschäftigt. Auf einer Rückfahrt aus einem Campingurlaub aus der Toskana noch mit leichten Rückenschmerzen vom schlafen auf Isomatten, sind wir an einem chromblitzenden Airstream Wohnwagen vorbei gefahren und hatten mehr aus der Laune heraus gesagt: „So etwas würde uns auch gefallen!“. So, und damit war es geschehen....
Das war 2007 und seit dieser Zeit – und vor allen Dingen dank Google Alerts ging kein deutsches Airstream-Angebot ungesehen an mir vorbei. Schnell war allerdings klar, das das mit immensen Kosten und unglaublich viel Zeit verbunden sein wird. Beides Dinge, auf die ich nicht wirklich viel Lust hatte. Hinzu kamen die Zweifel, ob das Reisen mit dem Wohnmobil unserer Vorstellung der Mobilität entspricht. Denn 2008 waren wir in Kalifornien und sind dort mittels gemieteten PKW von Motel zu Motel gekutscht. Das hat uns tolle Eindrücke und jede Menge Spaß gebracht. Da ich mir nicht hätte vorstellen wollen jeden Abend an einem anderen Platz den Wohnwagen aufzubauen um ihn am nächsten Morgen wieder anzuhängen, kamen wir zu dem Schluß, dass ein Urlaub mit dem Wohnwagen eher mit einem Zelturlaub zu vergleichen ist. Man also einen Standort – das Basislager – einrichtet und von dort aus die Umgebung inspiziert. In unserm Fall bedeutete das in der Vergangenheit einen Radius von 150 km. Das war’s dann!
Mit dem Wohnmobil hingegen, haben wir kein Basislager mehr. Wir reisen und alles ist stets mit dabei – so die Theorie! Ob dies so eintritt oder ob wir damit völlig falsch liegen das muss die Zukunft zeigen. Denn entgegen aller Vernunft haben wir nicht erst gemietet sondern gekauft! Und das ist wiederum der Grund, weshalb unsere Vorbereitung derart früh begonnen hat. Das Wohnmobil musste erst gekauft werden.
Aber warum gleich kaufen und nicht mieten? Diese Frage haben wir uns natürlich gestellt und intensiv diskutiert. Es gab zwei Gründe die für diesen Ansatz sprachen.
1.) Die Wohnmobilpreise – ein gebrauchtkauf einmal vorausgesetzt – sind verhältnismäßig preisstabil. Das was also innerhalb eines Jahres an Preisverfall eintreten wird, ist geringer als die im gleichen Zeitraum anfallenden Kosten für Miete – vorausgesetzt, dass die Annahme in unserem zweiten Grund stimmt.
2.) Mit einem eigenen Wohnmobil bin ich auch im „Alltag“ flexibler. Nicht etwa dadurch, dass wir der Meinung sind, das Wohnmobil im Alltag zu fahren – das wäre quatsch. Nein wir meinen damit die Spontanität, mit der Die Sonntagsausflüge auf ein Wochenende ausgedehnt werden können oder man – dadurch, dass man sich um Unterkunft nicht mehr kümmern muss – durchaus auch einmal weitere Strecken zurücklegen kann. Sprich der Radius des Wochenendausflugs wird schlagartig größer und damit rutschen Ziele in den Fokus, die vorher nicht möglich gewesen wären.
Und die o. g. Punkte drängen einen zum Kauf!
Im Januar war es dann auch so weit. Ein geeignetes Wohnmobil war gefunden und damit konnte die Konkretisierung der Reiseplanung starten. Allerdings haben wir die Rechnung ohne den Wirt gemacht, denn unser Wohnmobil muss erst noch umgebaut werden und das direkt im Werk – bei Bürstner.
Freundlicherweise hat uns unser Händler für die Osterferien kostenlos ein Wohnmobil zur Verfügung gestellt, so dass wir zumindest einmal antesten können.
Soweit erst einmal dazu. Etwas völlig Anderes ist das Thema der Reise. Reines Reisen oder reisen des reisens willen liegt uns ganz und gar nicht. Einen bleibenden Wert sollte das ganze schon haben - in Form von Erinnerungen oder Erkenntnissen. Insofern war uns das "nur mal" in die Toskana fahren inkl. dem üblichen Touristenprogramm deutlich zu wenig. Zumal wir bereits drei mal in der Toskana waren und die üblichen Verdächtigen wie Pisa, Florenz, San Gimignano, Siena etc. bereits mehrfach gesehen haben. Die Etrusker als Volk, welchem der Toskana ihren Namen gab sollte hinreichend Stoff für eine Reise liefern und so kam es zu unserem Reisemoto: "Auf den Spuren der Etrusker."
Und wie genau kam es dazu? Na ja, das ist nicht ganz so einfach und eine etwas längere Geschichte, denn ursprünglich wollten wir nach Ägypten - der Kinder wegen. Bei uns ist es üblich, dass im einen Jahr die Erwachsenen und im darauffolgenden Jahr die Kinder entscheiden dürfen, wo es im Urlaub denn hingeht. Und so haben unsere "Kleinen" sich kurzerhand für eine Nilkreuzsfahrt entschlossen. Das war im Herbst 2009 und wir machten uns an die Planung. Nilkreuzfahrt ist ja nicht gleich Nilkreuzfahrt! In der Zwischenzeit wurden die politischen Wirren jedoch immer kritischer, was schlußendlich zum Sturz von Mubarak führte. Jetzt haben wir März 2010 die Medien haben sich in Bezug auf die Nachrichten über Ägypten beruhigt und konzentrieren sich nun auf Libyen - aber ich bin nicht davon überzeugt, dass sich die Situation in Ägypten in absehbarer Zeit soweit normalisiert, dass eine gefahrlose Reise mit der Familie möglich ist. Was jetzt machen, wenn sich die Kids Pharaonen, Pyramiden und Mumien in den Kopf gesetzt haben? Klar, ein Alternativszenario muss her. Also recherschiert, welche alten Kulturen in unseren Breiten genügend Material liefert zumindest etwas "Spannung" in den Urlaub zu bringen. So haben wir uns auf die Etrusker gestürzt. Der ausschlaggebende Punkt war der, dass bis heute noch nicht geklärt ist, woher dieses Volk - von dem die Toakana ihren Namen hat - überhaupt stammt. Wir werden das mal klären!
immer
unterwegs