Tag 5

20.04.2026 Hollywood ist einfach spannender als die Toskana

Gestern Abend haben wir festgestellt, dass das Wasser im Spülbecken nicht abläuft. Ja erst gestern Abend! Warum so spät, Nun ja als Zelturlauber sind wir es gewohnt, das Geschirr auf dem Platz zu spülen. Nur gestern gab es Salat, und der musste geputzt werden. Warum das Ding nicht abläuft ist mir ein absolutes Rätsel. Abflussrohr ist frei (das sieht man durch den transparenten Schlauch), Siffon ist ebenfalls frei, den habe ich abgeschraubt und wenn ich diesen öffne läuft die Brühe auch wunderbar in einen darunter stehenden Eimer. Aber bei aller Improvisation, das kann es ja nicht sein. Die Konstruktion muss anders Funktionieren. Ich werde hier dran bleiben (müssen) und das Rätsel doch noch lösen. Bislang weis ich aber noch nicht wie.

Allerdings besteht mein Urlaub auch nicht darin, Abflüsse zu reparieren, daher lasse ich das fürs Erste so wie es ist und wir fahren heute nach Volterra – eine unserer ersten Städte des etruskischen 12-Städtebundes.

Aber zunächst gilt es erst einmal den Weg Richtung Volterra zu finden. Dank Navi war das kein großes Problem. 103 km davon ca. 40 km durch die Hügel der Toskana, was mit dem Wohnmobil bei der Anfahrt zum Stellplatz schon spannend wurde, da uns ein Verkehrsschild signalisierte, dass eine Durchfahrt mit mehr 6m Länge nicht erlaubt sei. Wir haben großzügig abgerundet und haben das Wohnmobil per Definition auf 6m gekürzt. Es ging gut. Ich frage mich nur, warum das nicht früher ausgeschildert ist – gerade auf dem Weg zu einem ausgewiesenem Wohnmobilstellplatz wird sich mir nicht erschließen.

Egal, wir sind ja wegen den Etruskern hier. Allerdings ist aus jener Zeit nicht mehr viel zu sehen, einzig ein altes Stadttor (Porta all’Arco) zeugt noch von jener Zeit. Die Stadtmauer in die das Stadttor eingelassen war, war einst 7km lang. Die Stadtmauer an sich umspannt ursprünglich mehrere einzelne etruskische Siedlungen aus denen die Stadt Velathri (heute Volterra) entstand. Volterra ist nicht nur heute eine der schönsten Städte der Toskana, sondern war auch vor rund 2.500 Jahren eine der einflussreichsten etruskischen Siedlungen.

Porta all'Arco - über die Bedeutung der Beulen lässt sich trefflich streiten. Aber die Gelerten müssen nur N. fragen. Die weiß es.

Nach dem Besichtigen der Porta all’Arco und dem Rätseln, das dass für Skulpturen gewesen sein könnten, mit dem das Tor verziert gewesen sein könnte – N. war der Meinung, das müssen Wildschweine gewesen sein – Haben wir das Museo Etrusco aufgesucht. Hier sind wir aber erst einmal kreuz und quer durch Volterra geirrt, da die Hinweisschilder immer nur an einer Seite angeschlagen sind und man somit recht schnell mal eines übersieht.

Das Museo Etrusco im Palazzo Desideri Tangassi besitzt eine der bedeutensten etruskischen Sammlungen. Angefangen von Bronzeskulpturen über fein geschmiedeten Schmuck bis hin zu Urnen und zweier Gräber. Die Urnensammlung ist einzigartig in ihrem Umfang. Allerdings „stümperhaft“ zusammen gestellt (so zumindest meine freie Interpretation der Aussagen, dass die Deckel der Urnen nicht unbedingt zu den Urnengefäße passen, da man, als man sie ausgrub, nicht sehr viel Wert auf Genauigkeit legte.)

Und bevor jemand meint, das wichtigste haben wir uns nicht angesehen, dann kann ich nur sagen, haben wir doch: Nein, nicht das Theater – das haben wir natürlich auch angesehen, nein, den Palast der Medicis, in dem der 2. Teil der „Twighlight Saga“ gedreht wurde bzw. spielte. Für die Mädels mit das Aufregenste des heutigen Tages.

Da der Stellplatz, den wir angefahren sind uns nicht sonderlich sehr gefallen hatte (ist einfach nur ein Schotterplatz), sind wir doch gleich weiter ans Meer gefahren und zwar nach Marina die Bibbona. Einem Fleckchen Toskana, das zum Abgewöhnen ist. Aber der Campingplatz ist Spitze. Mitten in einem Pinienwald mit urig eingewachsenen Partiellen auf denen üppig Platz herrscht – top!

Morgen noch ein Strandtag und dann geht’s weiter nach Populonia.

Erkenntnis des Tages: So lange Hollywood die Etrusker nicht entdecken, so lange wird man mit faden Vampir-Stories Kids mehr begeistern.