Tag 4

19.04.2026 Das Leben ist halt ein Kompromiss

7:00 Uhr: piep piep... piep piep... piep piep... Der Wecker klingelt! Heute wollen wir weiter. Es geht nach Lucca, was sich – wie wir alle wissen - vom etruskischen Wort „Luc“ (=Sumpf) ableitet.

Heute Morgen haben wir die nun wirklich letzten Geheimnisse unseres Wohnmobiles enträtselt. Das Ablassen des Grauwassers. Nicht sehr spektakulär, läuft einfach raus, so wie es soll. Dann noch Frischwasser getankt und es kann los gehen. Da wir nicht unbedingt auf die Autobahn wollten – die ca. 25 km können wir gerne auch „Überland“ fahren – habe ich die Routennavigation so konfiguriert, dass die Autobahn vermieden wird. Dieser Spaß hat mir ca. 800m rückwärtsfahren. Wir standen nämlich plötzlich vor einem Verkehrsschild, das uns darauf Hinwies, dass die nächste Unterführung nur 2,30 m hoch war. Auf Cabrio hatte keiner Lust, Wendemöglichkeit war keine da, also zurück stoßen. Damit ist das nun auch abgehakt. Das klappt!

In Lucca haben wir in knapp 500 m von der Stadtmauer einen Stellplatz gefunden (Il Sercio). Mitt 22 € für 24 Stunden und fünf Personen nichts zum Aufregen. Rasenfläche, parzelliert mit Hecken abgetrennt, sauber. Für 24 Stunden prima, länger muss ich hier nicht bleiben.

Wohnmobil eingeparkt, Räder geschnappt und in die Stadt gefahren. Wir haben es uns natürlich nicht nehmen lassen, auf der Stadtmauer einmal um die Altstadt von Lucca zu radeln und uns in der Halbzeit faul in die Sonne zu legen. Es war wieder ein wunderbares Wetter, mit Temperaturen deutlich über 20 Grad.

Aber zurück nach Lucca. Das übliche Touristenprogramm ist mit drei Kindern nicht ganz so einfach zu absolvieren, denn der Tag war heute davon geprägt Toiletten zu suchen. Irgendwer musste immer! Das führte uns nicht immer zu den schönen Fleckchen, die wir uns von Lucca erhofft hatten. Das Leben ist halt ein Kompromiss!

Die Frauen auf der Suche nach einer Toilette, A. in der Zwischenzeit im Touristinfozentrum, um dort noch einen super Tipp ,was man in Lucca noch mit Kindern unternehmen kann, zu bekommen. Übrigens er fand eine Toilette im Touristeninfozentrum. Wir vier dann aber auch; in einer Bar. Der „ultimative“ Tipp war ein Comicmuseum, was sich für uns eher als fad herausstellte. Gut, in Lucca macht man auch was Anderes. Das Leben ist halt ein Kompromiss!

A.-M. hat sich in einem Antiquariat eine alte italienische Sportzeitschrift von 1955 gekauft. Bunt bebildert zum „verbasteln“. Mal sehen was daraus wird. Aber es macht Spaß in der alten Zeitschrift zu schmökern. Auch wenn wir gar nichts verstehen.

Überall stößt man auf Puccini. Das Museum, darf natürlich nicht fehlen. Genau so wenig wie ein Denkmal, dem treue Fans eine Rose in die Hand gedrückt hatten. Nun ja, unser Musikgeschmack ist es nicht. Das muss es aber auch nicht.

Erkenntnis des Tages: Das Leben ist halt ein Kompromiss!

Und damit es uns nicht gar zu langweilig wird habe ich heute Abend noch die halbe Küche demontiert, Sifon ausgebaut und geschaut, warum das Wasser aus der Spüle nicht abläuft. Jedoch ohne Erfolg. Brühe steht im Becken und dort bleibt es wohl bis ich das Wohnmobil am Dienstag wieder abgebe - sofern ich es nicht vorher raus bekomme (dank der Hilfe von www.campen.de).